Nadine Sasse
1. SPS Mitte (L)
Klasse 2 (Teilungsgruppe)

Kurzentwurf für eine Unterrichtsstunde im vorfachlichen Unterricht (Lernbereich Deutsch und musisch-ästhetische Erziehung)

Thema der Unterrichtseinheit:
Kreativ-handelnder Umgang mit dem Bilderbuch "Der Regenbogenfisch"
von Marcus Pfister

Thema der Stunde:
Antizipieren des Handlungsfortganges zur Buchsequenz "Der einsame Regenbogenfisch holt sich Rat beim weisen Oktopus" durch Entwicklung von Problemlösungsstrategien, mündlich wie schriftlich

1. Planungszusammenhang

2. Ziele

3. Didaktisch-methodische Entscheidungen

4. Literatur

5. Prozessplanung

1. Planungszusammenhang

1.1 Thema der Unterrichtseinheit: Kreativ-handelnder Umgang mit dem Bilderbuch "Der Regenbogenfisch" von Marcus Pfister (Lernbereiche Deutsch, ästhetische Erziehung, Kunst und Sachkunde)

1.2 Gliederung der Unterrichtseinheit nach Sequenzen:


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2. Ziele

2.1 Intentionen

Durch den Umgang mit dem Buch sollen die Schüler:

2.2 Stundenziel

Die Schüler antizipieren mündlich den Handlungsfortgang der Geschichte durch gemeinsames Entwickeln von Problemlösungsstrategien, die dem Regenbogenfisch helfen sollen sich aus seiner Außenseiterrolle zu befreien. Sie schreiben ihre Ratschläge in Einzel- oder Partnerarbeit auf und stellen ihre Arbeitsergebnisse auf einem gemeinsamen Plakat vor.

2.3 Feinlernziele

Die Schüler:

3. Didaktisch-methodische Entscheidungen

3.1 Begründung der Stoffauswahl

Die Auswahl des problemorientierten Bilderbuches wurde aus aktuellem Anlass getroffen (Ausgrenzung einiger Schüler) und ist somit auf die Bedürfnisse und Interessen der Schüler abgestimmt. Immer wieder sprechen mich und auch die Klassenlehrerin eine Mehrzahl der Schüler hinsichtlich ihrer Konflikte mit ihren Mitschülern an: "Der gibt nichts ab...Der ist blöd...Mit dem wollen wir nichts zu tun haben...Der gibt an...Die ärgern mich...Der darf nicht mitspielen…"

Durch die Behandlung der Außenseiterproblematik anhand des Bilderbuches "Der Regenbogenfisch" von Marcus Pfister werden die Schüler aufgefordert, sich in die Gefühlslage des Außenseiters hineinzuversetzen und seine Situation nachzuempfinden. Hiermit wird ihnen die Möglichkeit gegeben, sich eigener, ähnlicher Konflikte bewusster zu werden. Die Schüler können sich hinter der Identifikationsfigur des Regenbogenfisches "verstecken" und sich mündlich wie schriftlich sanktionsfrei äußern. Die Möglichkeiten der kreativen Bearbeitung des Buches bietet die Chance, Gefühlen auch solchen, die wir zu überwinden anstreben, wie Neid oder das übersteigerte Bedürfnis nach Bewunderung - zunächst einmal Raum zu geben und sie zu akzeptieren, um sie dann integrieren und vielleicht verändern zu können.

3.2 Akzentuierung vorfachlicher Gestaltungsprinzipien

Bezugnehmend auf Grünwald, Born, u.a. sowie Rahmenplanaussagen sind die Möglichkeiten des Umgangs mit einem Bilderbuch sowie dessen didaktischer Einsatzort sehr vielseitig und hängen von der Zielsetzung, vom Material, von der Lerngruppe und der zur Verfügung stehenden Zeit ab, um einige Aspekte zu nennen.

In dieser Unterrichtseinheit steht das Bilderbuch im Mittelpunkt der Betrachtung, auf dessen Grundlage lernbereichsverknüpfend sowie fächerübergreifend gearbeitet wird. In der Unterrichtseinheit wird demnach der Forderung nachgegangen, im vorfachlichen Unterricht unterschiedliche Lernbereiche sinnvoll miteinander zu verknüpfen und das Lernen in eine Wechselbeziehung von Sehen, Hören, Fühlen, Denken, Sprechen und Tun zu stellen. Der kreativ-handelnde Umgang mit dem Bilderbuch folgt dem Prinzip des verbundenen Sprachunterrichts und integriert sowohl sachkundliche als auch musisch-ästhetische Aspekte. (Siehe 1.2 der Gliederung)

3.3 Akzentuierung des Schwerpunktes der Stunde

In der vorliegenden Stunde findet eine Schwerpunktsetzung auf den Lernbereich Deutsch, mit den Teilbereichen "mündlicher Sprachgebrauch" (Antizipieren des Fortgangs der Geschichte) sowie "Texte verfassen" (Formulieren von problemlösenden Ratschlägen) statt, wobei ebenso ästhetische Gestaltungselemente integriert werden (Plakatgestaltung).

Da sich die Schüler in der vorherigen Sequenz eingehend mit dem Überarbeiten ihrer Texte auseinander gesetzt haben' erfährt die Rechtschreibung in dieser Stunde nur eine untergeordnete Berücksichtigung, um einem eventuellen Motivationsverlust bezüglich der Textüberarbeitung entgegenzuwirken. Jenen Schülern, die die "ritualisierte" Hilfestellung des Lehrers beim Schreiben einzelner Wörter wünschen bzw. um eine gemeinsame Besprechung ihrer entworfenen Texte bitten, wird selbstverständlich Raum gegeben.

3.4 Grundkonzeption der Stunde

Die zu Beginn der Stunde stattfindende Präsentation der gestalteten Regenbogenfische der Schüler (das traurige innere und das schöne Äußere) dient dem sozialen Miteinander der Lerngruppe, bei dem sie sich im gegenseitigen Zuhören und Wertschätzen der Arbeitsergebnisse ihrer Mitschüler üben sollen. Anhand der Schülertexte und des gemeinschaftlich gestalteten Ozeanplakates wird das bisherige Handlungsgeschehen reflektiert. Hierbei üben die Schüler Zusammenhänge schlüssig darzustellen (Nacherzählung). Daran anschließend wird eine weitere Sequenz vom Lehrer vorgelesen, wobei der Lesevortrag so inszeniert wird, dass den Kindern das Betrachten der zum Inhalt gehörenden Illustrationen möglich ist.

Ausgehend von den Spontanäußerungen der Schüler zum Fortgang der Geschichte (Antizipieren von Ratschlägen des weisen Tintenfisches Oktopus wird das Unterrichtsvorhaben anhand der benötigten Materialien vorgestellt. Von der schriftlichen Fixierung der Schülerideen durch den Lehrer (Stichpunktsammlung in Mind-map-Form") wird in dieser Stunde abgesehen, um die Phase des Sitzens im Stuhlkreis aus Disziplingründen nicht überzustrapazieren. An Stelle dessen wird den Schülern, die oft um eine schriftliche Orientierungshilfe bitten, die Möglichkeit gegeben, mit dem Sitzpartner zusammen zu arbeiten, um im Gespräch weitere Ideen auszutauschen bzw. gemeinschaftlich einen Text zu verfassen. Es erscheint dabei nicht dringend notwendig, dass jeder Schüler ein Einzelergebnis vorzuweisen hat, da es sich um die Gestaltung eines Gruppenplakates handelt, welches nicht mit weiterer künstlerischer Betätigung in Folgestunden (wie z. B Gestaltung des inneren und Äußeren des Regenbogenfisches) gekoppelt ist. Wie bereits erläutert (3.3), können die Kinder ihre "Ratschläge" auf Blankopapier vorschreiben, diese gemeinsam mit dem Lehrer besprechen und gegebenenfalls korrigieren, bevor die aus pastellfarbigem Tonpapier bestehenden Tentakeln beschriftet werden. Diese Vorgehensweise erweist sich als sinnvoll, um einigen Schalem die Angst / Hemmung zu nehmen, gleich "richtig" schreiben zu müssen. Differenzierungsmaßnahmen ergeben sich aus dem individuellen Vermögen jedes Schülers, einen kürzeren oder längeren Text zu verfassen. Da die Lerngruppe hinsichtlich des Arbeitstempos stark differiert, können schnell arbeitende Schüler entweder einen weiteren Fangarm beschriften und auf dem Plakat anbringen oder das Gemeinschaftsplakat mit zur Verfügung gestellten Jaxon-Kreiden künstlerisch ausgestalten.

Hierbei werden sie zwar beraten (Meeresboden, Pflanzen, Muscheln, Seesterne etc.), jedoch wird ihnen in der künstlerischen Umsetzung freie Hand gelassen. Am Ende der Stunde werden die fertigen Ergebnisse erneut Sitzkreis durch die Schüler vorgestellt. Soweit es die Zeit zulässt, wird der "Ratschlag" des Autors bekannt gegeben. Das Antizipieren von Lösungen verfolgt somit nicht nur die Absicht, die Spannung zu erhöhen, sondern soll den Kindern vielmehr bewusst machen, dass Literatur ein von Menschen geschaffenes und damit veränderbares Produkt darstellt. Diese Einsicht kann dazu beitragen, dass Kinder Schreiben für sich als Ausdrucksform entdecken.


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4. Literatur

Born, M.: "Bilderbücher - gemalte und verdichtete Welt", in: Sahr / Born "Kinderbücher im Unterricht der Grundschule" Baltmannsweiler (1993)

Conrady, P.: Zum Lesen verlocken - Klassenlektüre für die Klassen 1-4, Landau (1990), S 11

Dehn, M.: Zeit für die Schrift - Lesenlernen und Schreibenkönnen, Bochum (1988)

Grünewald, D.: Bilderbücher im Unterricht", in: Die Grundschulzeitschrift 46 (1991)

Heinz, A.: "Der Regenbogenfisch - kreativer Umgang mit einem Bilderbuch", in: RAAbits Grundschule. Grundwerk Dezember 1993

v. Scheidt, J.: Kreatives Schreiben, Frankfurt/M. (1989), S. 159-180

Scheller, l.: Erfahrungsbezogener Unterricht, Königstein / Ts. (1981)

Senatsverwaltung Für Schule, Berufsbildung und Sport: "Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule. Grundschule Klasse 1-6. Fach Deutsch", Berlin (1992)

Steinchen, R.: "Methodische Organisation des Rollenspiels", in: Kochan, B. "Rollenspiele als Methode sprachlichen und sozialen Lernens", Kronberg / Ts. (1974), S. 274-281


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5. Prozessplanung

I Einstieg (ca. 10 Min.)

Lehrer-Schüleraktionen

Sozial- und Aktionsformen

Arbeitsmaterialien und Medien

Didaktischer Kommentar

II
a)Erste Erarbeitung (ca. 10 min.)

Lehrer-Schüleraktionen

Sozial- und Aktionsformen

Arbeitsmaterialien und Medien

Didaktischer Kommentar

b) zweite Erarbeitung (ca. 15 min.)

Lehrer-Schüleraktionen

Sozial- und Aktionsformen

Arbeitsmaterialien und Medien

Didaktischer Kommentar

III Präsentation (ca. 10 min.)

Lehrer-Schüleraktionen

Sozial- und Aktionsformen

Arbeitsmaterialien und Medien

Didaktischer Kommentar

©opyright Nadine Sasse, Berlin, Januar 2000



Siehe auch
Unterrichtsbeispiel Klasse 2, Lernbereich MÄERZ: Gestalten einer Kartonplastik "Fantasieunterwasserlandschaft für den Regenbogenfisch"

Eine lesenswerte, kritische Rezension zum Bilderbuch Der Regenbogenfisch verfasste Claudia Vorst: "Lebenshilfe mit Gräten - oder doch Irgendwie Anders?". In Praxis Deutsch 165/2001, S. 60-63.



weitere Unterrichtsmodelle Lernbereich Deutsch


 

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06.04.2003

 


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