Christiane Sprenger-Gräßer
1. SPS Friedrichshain (L)
Klasse 4

KURZENTWURF
für eine Unterrichtsstunde im vorfachlichen Unterricht
(Lernbereich Deutsch)
"Die Geschichte vom bösen Hänsel, der bösen Gretel und der Hexe"
von Paul Maar

1. Planungszusammenhang

1.1 Thema der Unterrichtseinheit: MÄRCHEN

1.2 GlIederung der Stunden:

1. Std.: Einführung: Märchenraten / Märchenmerkmale
2. Std.:'Hänsel und Gretel' (Brüder Grimm) / Erzählen und Spielen
3. Std.: Teilüberschriften finden / Dialoge / Spielen
- Besuch eines Märchen-Musicals -
4. Std.: Was ist eigentlich eine Hexe? / Hexen und Hexenverfolgung
5. Std.: Betrachten und Beschreiben verschiedener Hexenillustrationen Adjektive sammeln
6. Std.: 'Hexentanz': Zeichnen einer Hexe mit Besen / Mustervariation
7. Std.: Fortsetzung und Reflexion
8. Std.: "Die Geschichte vom bösen Hänsel, der bösen Gretel und der Hexe" von Paul Maar
9. Std.: Fortsetzung (Texte verfassen)
10. Std.: Vergleich von Märchen und "moderner" Fassung
11. Std.: Verfassen eigener Märchenumwandlungen anhand ausgewählter Beispiele
12. Std.:....

2. Lernziele

2.1 Intentionen der UE

2.2 Stundenziel

Die Schüler setzen sich handelnd-produktiv mit der Andersartigkeit der Maar'schen Fassung von 'Hänsel und Gretel' auseinander, indem sie die Ereignisse aus der Sicht der Kinder szenisch darstellen und beginnen ihre Version schriftlich zu erzählen.

2.3 Phasenziele

Die Schüler

3. Literatur

Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport (Hg.): Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule. Grundschule Kl. 1 bis 6. Fach Deutsch. 1992.

Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport (Hg.): Lehrerhandreichung zum Rahmenplan Deutsch. Umgang mit literarischen Texten. 1988.

Dattenberg, Annegret: Ein Fest der Phantasie. In: Praxis Deutsch Sonderheft..., S. 62-65.

Zitzlsperger, Helga: Kinder spielen Märchen. Schöpferisches Ausgestalten und Nacherleben. Weinheim/Basel 1994.

"Die Geschichte vom bösen Hänsel, der bösen Gretel und der Hexe". In: Paul Maar, Der tätowierte Hund, Reinbek bei Hamburg, 1992, S. 29 - 33.

4. Medien

- "Die Geschichte vom bösen Hänsel, der bösen Gretel und der Hexe". In: Paul Maar, Der tätowierte Hund, Reinbek bei Hamburg, 1992, S. 29 - 33
- 4 Bilder zu 'Hänsel und Gretel' (Tafel)
- Bilderfolge (klein kopiert) zur Differenzierung einsetzbar
- Requisiten für Hänsel und Gretel
- Tafelbild:
Gretel erzählt:...
Hänsel erzählt:...
(Bilderfolge)

5. Verlaufsplanung

I Motivation (10.05 - 10.10)

geplantes Lehrerverhalten

Begrüßung

erwartetes Schülerverhalten

Sitzkreis
S bringt 4 Bilder in der richtigen Reihenfolge an der Tafel an
S äußern sich

Didaktischer Kommentar

Die Abbildungen stellen Szenen aus dem Märchen 'Hänsel und Gretel' dar und sind den Schülern bekannt. Sie können auf ihr Wissen zurückgreifen und die richtige Reihenfolge überprüfen. Die Schüler werden aufmerksam darauf, dass die erste Abbildung (Vater und Mutter bringen die Kinder in den Wald) fehlt. Hier kann übergeleitet werden zu der anderen Fassung des Märchens, die erst am Hexenhaus beginnt. Auf die Abbildungen können die Schüler im Verlauf der Stunde immer wieder zurückgreifen.

II Darbietung / Erarbeitung (10.10 - 10.20)

geplantes Lehrerverhalten

L liest vor: "Die Geschichte vom bösen Hänsel, der bösen Gretel und der Hexe" (L-Impulse an bereits bekannten und auch unbekannten Stellen)

erwartetes Schülerverhalten

S äußern sich spontan, hinterfragen, spekulieren über den Fortgang....

Didaktischer Kommentar

Die Überschrift dieser Fassung lasse ich bewusst weg, damit dem veränderten Inhalt nicht vorgegriffen wird und den Schülern die Spannung nicht genommen wird. Während des Vortragens der Geschichte soll Raum für Schüleräußerungen sein, damit der Inhalt gemeinsam - auch schon im Blick auf einen Vergleich mit dem Original-Märchen erarbeitet wird. Es geht mir in dieser Stunde nicht darum, vergleichende Merkmale der beiden Fassungen schriftlich zu fixieren, sondern die veränderte Dimension der Maar'schen Fassung (böse Kinder, gute Hexe) emotional zu durchdringen.

III Szenisches Spiel (10.20 - 10.30)

L bittet S zu überlegen, wohin die Kinder dann gingen bzw. wem sie von ihrem Erlebnis erzählten...

L bittet S diese Szene zu spielen (Was erzählen die Kinder?)

erwartetes Schülerverhalten

S nennen Vater (s. Original-Märchen),-…

S erhalten Requisiten und spielen (Rollen: Gretel, Hänsel, Vater...)

S nehmen Stellung

S gehen an ihre Tische zurück

Didaktischer Kommentar

Die Maar'sche Fassung lässt den Heimweg und die Rückkehr der Kinder zum Vater weg, so dass auch andere Möglichkeiten in Betracht kommen. Es muss aber ein Gegenüber gefunden werden, dem 'Hänsel' und 'Gretel' ihre "Geschichte" erzählen.

Das spontane Spielen macht den Schülern großen Spaß, sowohl in einer Rolle als auch als "beteiligte", engagierte Zuschauer. Es gelingt ihnen In der Regel gut, sich in eine Rolle hineinzuversetzen. Auf das deutliche Sprechen muss geachtet werden. Es sollen mindestens zwei Durchgänge gespielt und reflektiert werden.

Mögliche Verhaltensvarianten von Hänsel und Gretel sollen dabei im Vordergrund stehen, um den Schülern Anregungen zu geben für das anschließende Texte verfassen. Das spontane Darstellende Spiel ermöglicht hier, Inhalte zu erschließen, zu reaktivieren und zu vertiefen und fördert den mündlichen Sprachgebrauch.

Ggf. - je nach Verlauf - werde Ich diese Phase verlängern, so dass dem Texte verfassen in der heutigen Stunde nur wenig Raum gegeben wird.

IV Anwendung: Texte verfassen (10.30 - 10.45)

geplantes Lehrerverhalten

Tafelanschrieb: - Gretel erzählt: - Hänsel erzählt:

L erläutert die Aufgabe

erwartetes Schülerverhalten

S spekulieren

S beginnen in Partner-/ Einzelarbeit die Geschichte aus der Sicht der Gretel oder des Hänsel aufzuschreiben

Didaktischer Kommentar

Die Identifikation mit einer Person ("Hänsel " oder "Gretel") erleichtert das Finden einer Erzählvariante und stellt einen Schreibanlass dar. Es bleibt den Schülern überlassen, ob sie die Ereignisse wie im Original-Märchen schildern, auf die "Wahrheit" der Parodie zurückgreifen oder auch eine völlig andere Version der Ereignisse im Wald erzählen. Ersteres wird vermutlich am ehesten genutzt werden, so dass die ursprüngliche Fassung wieder aufgearbeitet wird. Als Differenzierung ist die Bildfolge (auch AB) geeignet, so dass sich schwächere Schüler an einem bildlichen Handlungsverlauf orientieren können. Die Schüler sind nicht an die bisher bekannten Ereignisse (im Märchen und in der Parodie) gebunden, sondern können ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Dies muss deutlich gesagt werden.

V RückmeIdung (10.45 - 10.50)

geplantes Lehrerverhalten

L bittet S, ihre begonnenen Texte vorzulesen

erwartetes Schülerverhalten

S lesen ihre Texte vor

Didaktischer Kommentar

Es wäre günstig, in der Folgestunde an den Texten weiterarbeiten zu können, um den Schreibfluss nicht zu unterbrechen. Möglicherweise kann dies nach Absprache mit der Klassenlehrerin erfolgen. Das Weiterschreiben möchte ich nicht zur Hausaufgabe machen. Zum einen würde dann die mögliche und für einige Schüler wichtige Partnerarbeit entfallen. Zum anderen benötigen die schwächeren Schüler Hilfestellungen durch die Lehrerin und Anregungen durch ihre Mitschüler In Zwischenreflexionen. "

©opyright Christiane Sprenger-Gräßer, Berlin 2000.


 

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06.04.2003


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