Markus Renner
4. SPS Wilmersdorf (L)
02.11.1995

Entwurf einer Unterrichtsstunde im vorfachlichen Unterricht, Lernbereich Sachkunde,Klasse 4
"Die Beleuchtung am Fahrrad"

Lerngruppe: Teilungsgruppe der Klasse 4

1. Thema der Unterrichtseinheit

Die Beleuchtung am Fahrrad

1.1 Vorangegangene UE

Sichtverhältnisse in der dunklen Jahreszeit

1.2. Folgende UE

Der Radfahrer im Straßenverkehr

2. Gliederung der UE

1. Der Stromkreis (Wiederholung aus der 3. Klasse)
11. Wie funktioniert die Fahrradbeleuchtung?
111. Wichtige Handgriffe für die Montage einer Fahrradlampe
1 V. Häufige Fehlerquellen bei der Fahrradbeleuchtung
V. Montagearbeiten am eigenen Fahrrad
VI. Schreiben einer Reparaturanleitung für die Schülerzeitung

3. Lernziele

3.1 Intentionen

Die Schüler lernen, ihr technisches Wahrnehmungsverhalten zu schulen ihre Beobachtungen zu verbalisieren technische Grundbegriffe der Fahrradbeleuchtung richtig anzuwenden die vereinfachte Darstellung eines Fahrrads auf den Realgegenstand zu übertragen manuelle Fertigkeiten hinsichtlich der Montage einer Fahrradbeleuchtung zu entwickeln (sachgerechter Umgang mit Werkzeugen) beim Basteln am Fahrrad systematisch, kleinschrittig und konsequent vorzugehen.

Im folgenden Text wird auf die Unterscheidung von Schülern und Schülerinnen zugunsten des Leseflusses verzichtet. Das Wort "Schüler" bezieht sich im laufenden Text sowohl auf Jungen als auch auf Mädchen.

3.2 Stundenziele

Die Schüler kennen fünf häufig auftretende Fehlerquellen der Fahrradbeleuchtung (s. 4.), können einen Fehler ausfindig machen und ihn beheben. Sie sind in der Lage, zwei Reparaturvorgänge aufzuschreiben.

4. Sachdarstellung

Die Beleuchtung ist eine wichtige, unentbehrliche Sicherheitseinrichtung des Fahrrads. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben (Vgl. PODLESCHS.113f). Demnach muß ein verkehrssicheres Fahrrad mit einem weißen Scheinwerfer am Vorderrad und einer roten Rückleuchte sowie einer für den Betrieb der Lampen erforderlichen Stromquelle (Nennleistung: 3 Watt) ausgestattet sein (vgl.: AMLING u.a. S.35). Darüber hinaus sind sowohl ein roter Rückstrahler sowie gelbe Pedalrückstrahler und jeweils zwei Speichenrückstrahler für Vorder- und Hinterrad gesetzlich vorgeschrieben. "Die Beleuchtungseinrichtungen müssen vorschriftsmäßig angebracht und ständig betriebsbereit sein." (StVZO § 67[2])

Scheinwerfer und Rückleuchte müssen mit einem Dynamo betrieben werden. Die Funktion des Dynamos, der nach dem Induktionsgesetz arbeitet, wird an dieser Stelle nur phänomenologisch als mögliche Stromquelle erläutert (vgl. ECKERT, S.91 f).

Scheinwerfer und Rückleuchte sind in Parallelschaltung an dem Dynamo angeschlossen. Auf diese Weise bleibt beim Ausfall einer Lichtquelle die andere noch in Betrieb. Beide Fahrradlampen sind nur durch jeweils ein Kabel mit der Stromquelle (Dynamo) verbunden. Die zweite Zuleitung (Rückleitung) erfolgt über den Fahrradrahmen.

Wenn Scheinwerfer oder Rückleuchte nicht funktionieren, ist oft die entsprechende Glühlampe defekt. Um diese auszuwechseln, muß man das Gehäuse der Fahrradlampe öffnen. Die modernen Scheinwerfer und besonders die Rückleuchten sind meist aus Kunststoff und lassen sich leicht durch einen Klemmechanismus öffnen und schließen. Jedoch gibt es gerade unter den besseren Scheinwerfern auch solche, die aufgeschraubt werden müssen. Hierfür sind je nach Fabrikat Kreuzschlitz- oder normale Schraubendreher (ca. 5 mm Klingenbreite) erforderlich.

Ob eine Glühlampe durchgebrannt ist, läßt sich oft an dem unterbrochenen Glühdraht im Innern des Glaskolbens erkennen. Ist die Lampe in Ordnung, funktioniert aber dennoch nicht, liegt es häufig am Zuleitungskabel. Es gilt zu überprüfen, ob das Kabel richtig am Scheinwerfer montiert ist. Während man beim Scheinwerfer das abisolierte Kabelende im Innern des Gehäuses an die Lampenfassung anschließen muß, wird das Kabel bei den modernen Rückleuchten außen am Gehäuse in die entsprechende Vorrichtung gesteckt. Der Kabelanschluß am Dynamo muß ebenfalls überprüft werden. Hierbei muß das Kabelende entweder über einen kleinen Haken oder einfach mit dem abisolierten Ende am Fuß des Dynamos mit einem Kontaktstift verbunden werden. Oft muß das Kabelende auch einfach nur in eine dafür vorgesehene Öffnung gesteckt und festgeklemmt werden.

Neben dem Schraubendreher ist das Messer (Taschenmesser, kleines Küchenmesser o.ä.) ein wichtiges Werkzeug für das Reparieren der Fahrradbeleuchtung. Ist das Kabel an einer Stelle gerissen, so müssen beide Enden erst abisoliert werden. Dazu wird in ca 1 cm Abstand vom Kabelende die Isolierung mit dem Messer rundherum angeschnitten und dann vorsichtig abgezogen. Anschließend werden beide Kabelenden wieder miteinander verbunden, indem man sie gut ineinander verdreht. Es empfiehlt sich, die reparierte Stelle mit Isolierband zu umwickeln und das Kabel mit diesem an dem Rahmen festzukleben, um zu vermeiden, daß es an der selben Stelle ein zweites Mal reißt.

Die am leichtesten zu reparierende Fehlerquelle ist eine lockere Glühlampe. Aufgrund häufiger Erschütterungen während des Radfahrens kann sich die Glühlampe in ihrer Fassung lockern, wodurch die Kontakte nicht mehr aufeinanderliegen. Durch einfaches Eindrehen der Glühlampe bis zum Anschlag läßt sich der Fehler schnell beheben.

5. Voraussetzungen für die Unterrichtsstunde

5.1 Gruppensituation/ allgemeine Voraussetzungen

Ich unterrichte die Klasse seit dem 2. Schuljahr im vorfachlichen Unterricht in den Lernbereichen Deutsch und Sachkunde. Zur Zeit erteile ich hier fünf Wochenstunden schwerpunktmäßig im Lernbereich Sachkunde.

Die Lerngruppe besteht aus sieben Jungen und sieben Mädchen im Alter zwischen 9 und 11 Jahren. Vier Schüler der Gruppe sind ausländischer Herkunft, wobei einzig der polnische Junge größere Schwierigkeiten im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch hat. Das technischen Verständnis ist dadurch nicht eingeschränkt.

Die Schüler können in verschiedenen Unterrichtsformen (Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Stuhlkreis u.a.) sachorlentiert arbeiten. Ein charakteristisches Merkmal der Lerngruppe ist das hohe Aktivitätsbedürfnis, das bei falscher Umgangsweise schnell in destruktive Unruhe umschlagen kann.

Als Lehrer war ich bisher stets gefordert, den Mittellungs- und Bewegungsdrang der Schüler aufzufangen und in produktive Bahnen zu lenken. Da mir das leider nicht immer gelang, mußte ich häufig auf Disziplinarmaßnahmen zurückgreifen.
Im allgemeinen sind die Schüler jedoch sehr lernwillig, offen und interessiert bzgl. neuer Unterrichtsthemen und Arbeitsformen.

5.2 Psychomotorlscher und sachstruktureller Entwicklungsstand

Im vorfachlichen Unterricht (Lernbereich Sachkunde) setzte ich seit meiner Zeit als Lehrer dieser Klasse Schwerpunkte im handwerklichen Arbeiten. So sind die Schüler schon in der zweiten Klasse während einer ausführlichen Unterrichtseinheit zum Thema "Bau eines Fahrzeuges" mit verschiedenen Werkzeugen in Berührung gekommen. Oft habe ich versucht, die Schulung der Feinmotorik in den Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens zu stellen (z.B. beim Nähen eines Stofftieres in der dritten Klasse), wodurch das Zusammenwirken manueller und kognitiver Fähigkeiten bei den Schülern zunehmend gefördert wurde. Ich weise an dieser Stelle besonders auf die Feinmotorik hin, da ich meine, daß die Beherrschung feinmotorischer Bewegungskoordination zum Erfolg beim Reparieren der Fahrradbeleuchtung entscheidend beiträgt.

Im vergangenen Schuljahr haben die Schüler im Rahmen der Unterrichtseinheit "Bau einer Beleuchtungsanlage" elementare Grundkenntnisse zu den Bereichen "Stromkreis", "Glühlampe" sowie "Leiter und Nichtleiter" erworben. Beim Bau eines Geschicklichkeitsspiels ("Heißer Draht") setzten sie sich mit dem Thema handlungsorientlert auseinander. Auch hier wurden handwerkliche Fähigkeiten angebahnt und gefördert. Der Einsatz eines Schraubendrehers wurde 'in diesem Zusammenhang geübt. Bei der Fertigstellung des "Heißen Drahts" mußten sich die Schüler immer wieder mit verschiedenen Fehlerquellen der Beleuchtungsanlage und deren Beseitigung auseinandersetzen.

In der ersten Stunde der jetzigen Unterrichtseinheit wurde mit der Behandlung elementarer Grundlagen des Stromkreises das Vorwissen der Schüler aktiviert. Damit soll gewährleistet werden, daß sie ihre Vorkenntnisse auf die Fahrradbeleuchtung übertragen können.
In der folgenden Stunde wurden die Teile der Fahrradbeleuchtung benannt sowie der Stromkreis am Fahrrad erläutert. Zu diesem Zweck wurde den Schülern ein Fahrrad präsentiert, an dem der Unterrichtsinhalt veranschaulicht werden konnte. Seitdem stand das Fahrrad im Klassenraum und konnte wiederholt als Anschauungsobjekt genutzt werden. Somit sind die Schüler mit dem Lerngegenstand vertraut.
In der 3. Stunde erlernten die Schüler wichtige Fertigkeiten, die für die Montage der Fahrradbeleuchtung notwendig sind (wie z.B. Aufschrauben des Scheinwerfers, Auswechseln der Glühlampe etc.). Diese Handgriffe. die eine Voraussetzung für die heutige Stunde sind, werden von den Schülern weitestgehend beherrscht.

6. Didaktisch-methodische Vorüberlegungen

6.1 Begründung der Auswahl des Unterrichtsgegenstandes

6.1.1 Bezug zum Rahmenplan

Im vorläufigen Rahmenplan für Erziehung und Unterricht an der Berliner Schule/Grundschule Klasse 1-4 VU/Sachkunde ist das Thema "Beleuchtung am Fahrrad" für die Klassenstufe 4 als verbindlich vorgeschrieben (vgl. RAHMENPLAN S. 53). Die Schüler sollen "die zur Beleuchtungsanlage gehörenden Teile identifizieren, die Funktionsweisen der Fahrradbeleuchtung erkennen (und) Fehler in der Beleuchtungsanlage feststellen und beseitigen" können (RP S. 53).

Der Einsatz und der Umgang mit einem Fahrrad als konkretem Lerngegenstand entspricht dem geforderten Lerninhalt, die "Untersuchungen und Montagearbeiten an verschiedenen Fahrrädern" durchzuführen (RP S. 53).

Die intensive Auseinandersetzung aller Schüler mit diesem Thema trägt nicht zuletzt "zur Vermeidung geschlechtsstereotyper Verhaltensweisen" bei, da Jungen als auch Mädchen in gleichem Maße die technischen und handwerklichen Fähig- und Fertigkeiten, die die Reparatur der Fahrradbeleuchtung erfordert, erlernen können.

6.1.2 Relevanz des Unterrichtsgegenstandes

Das Fahrrad ist ein technischer Gegenstand, zu dem das Kind eine besondere Beziehung hat. "im Laufe seiner Entwicklung hat es mit Räderfahrzeugen vielseitige Umwelterfahrungen gewonnen." (ULLRICH, S. 16)

Jeder Schüler dieser Klasse besitzt ein Fahrrad, kennt somit auch die Fahrradbeleuchtung und hat damit schon Erfahrung gemacht, die er im Unterricht einbringen kann. Insofern stammt das Thema unmittelbar aus der Lebenssituation der Kinder (vgl.: RAHMENPLAN TEIL A, S.2).
Aufgrund der Tatsache, daß die Tage immer kürzer werden und die Schüler folglich abends oft im Dunkeln unterwegs sind, bietet sich das Thema "Fahrradbeleuchtung" in dieser Jahreszeit besonders an. Darüber hinaus ist bei meinen Schülern das Interesse am Fahrrad derzeit besonders groß, da in diesem Schuljahr die Radfahrprüfungen abgelegt werden müssen. Aus diesem Grund wurde vor einigen Wochen die Jugendverkehrsschule besucht. Zwar stand hier vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr an erster Stelle, aber das Verständnis des Stromkreises beim Fahrrad und die damit verbundene Möglichkeit, eventuelle Fehlerquellen zu entdecken und zu beheben, sind auch ein Beitrag zur Sicherheit der Schüler als Radfahrer im Straßenverkehr. Denn schließlich gehört zu einem verkehrssicheren Fahrrad eine voll funktionsfähige Beleuchtungsanlage (vgl. StVZO §67(2)).

6.2 Reduktion

Die Fahrradbeleuchtung ist in ihrem Aufbau und ihren Funktionen für einen Schüler im 4. Schuljahr schwer zu durchschauen. So lassen sich Aufbau und Arbeitsweise des Dynamos den Schülern nicht verdeutlichen. Meine Erläuterungen beschränken sich daher auf die Tatsache, daß der Dynamo als Stromerzeuger oder "keines Elektrizitätswerk" dient und durch Drehung den Strom für beide Fahrradlampen liefert. Die Komplexität des Induktionsgesetzes ist in dieser Altersstufe nicht begreifbar und gehört in den Physikunterricht der Oberschule.

In der heutigen Stunde steht die Beseitigung von Fehlerquellen bei der Fahrradbeleuchtung im Mittelpunkt des Schülerinteresses. Bei der Fülle der Möglichkeiten ist es jedoch nicht zu schaffen, jede erdenkliche Fehlerquelle zu behandeln. Ich beschränke mich somit auf die fünf meiner Erfahrung nach am häufigsten auftretenden Fehler (s. 10.1). Obwohl ein abgerissenes Kabel häufig als Fehlerursache vorkommt, wird es in der Unterrichtseinheit nicht thematisiert, da der Reparaturvorgang zu schwierig für die Schüler ist. Darüber hinaus ist die Verletzungsgefahr beim Abisolieren mit einem Messer zu groß. Den Schülern wird empfohlen, bei einem gerissenen Kabel ein neues zu montieren. Dieser Vorgang ist jedoch zu zeitaufwendig, und so wird in dieser Stunde aus Zeitgründen darauf verzichtet.
Für die Untersuchungen wähle ich ein Fahrrad, bei dem die Beleuchtungsanlage übersichtlich und für die Schüler nachvollziehbar ist. Dadurch Werden unüberwindliche Probleme (wie z.B. ein innerhalb des Rahmens verlegtes Stromkabel) von vornherein ausgeschlossen.

Im Rahmenplan wird verlangt, die "Untersuchungen und Montagearbeiten an verschiedenen Fahrräderri' durchzuführen (vgl. Rahmenplan S. 53). Dieser Lerninhalt ist in einer Unterrichtsstunde nicht zu bewerkstelligen, da er einen zu großen organisatorischen Aufwand abverlangt. In meiner Stunde kommt nur ein Fahrrad zum Einsatz. Ich habe bzgl. der einzelnen Zubehörteile der Beleuchtungsanlage im Vorfeld eine Auswahl getroffen, die den Schülern das Reparieren nicht durch komplizierte Handgriffe erschwert. Dennoch haben wir es hier mit für ein Kinderfahrrad üblichen Teilen zu tun. Der Transfer auf andere z.B. unterschiedlich zu öffnende Fahrradlampen wurde schon in der vorangegangenen Stunde an Teilen verschiedener Hersteller angebahnt, muß jedoch in der folgenden Stunde von jedem Schüler am eigenen Fahrrad selbst vollzogen werden.

6.3 Vorüberlegungen zur Größe der Lerngruppe

Der Stundenplan der Klasse 4c sieht in diesem Schuljahr mehrere Teilungsstunden pro Woche vor, die sich auf verschiedene Lernbereiche (Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Musik) aufteilen. Die Schüler sind somit gewohnt, in Teilungsgruppen zu arbeiten.
In dieser Stunde bietet sich die Arbeit mit einer Teilungsgruppe unter zwei Gesichtspunkten besonders an. Zum einen ist die Form der Präsentation eines Fahrrads in einem kleinen Sitzhalbkreis um den Lerngegenstand sehr viel effektiver. Die Schüler können näher am Objekt sitzen und besser beobachten. Zum anderen ist die Aktivität jedes einzelnen Schülers an nur einem Lerngegenstand bei einer kleineren Lerngruppe wesentlich höher und der Lerneffekt somit größer.

6.4 Didaktisch-methodische Grundkonzeption

1. Phase (Einstieg/Motivation)

Der Einstieg in die Unterrichtsstunde erfolgt über die Präsentation des Fahrrads mit nicht funktionierender Beleuchtung. Die Schüler werden vom Lehrer direkt als Fachleute angesprochen und sind somit motiviert, Vermutungen hinsichtlich der möglichen Fehler anzustellen. Diese Form der Präsentation hat starken Aufforderungscharakter.

2. Phase (Erarbeitung I)

Auf Grund von Erfahrungen am eigenen Fahrrad nennen die Schüler Ursachen für mögliche Fehler. Somit werden außerschulische Vorkenntnisse aktiviert und gleich sachbezogen in den Unterricht integriert.

Jede genannte Fehlerstelle wird auf zwei Fahrradabbildungen (s. 10.2) von jeweils einem Schüler mit einem Farbstift markiert. Das vor der Tafel stehende Fahrrad kann für manche Schüler die Sicht auf eine Fahrradabbildung verdecken. Daher wurden zwei Plakate gewählt und diese am linken und rechten Flügel der Tafel aufgehängt. Die Plakate bleiben während der ganzen Stunde gut sichtbar hängen und dienen als Orlentierungshilfe.

3. Phase (Erarbeitung II/Übung)

Als Sozialform für diese Erarbeitungsphase wird die "Theatersitzordnung" im Halbkreis um das Fahrrad gewählt, die den Schülern schon vertraut ist und exaktes Beobachten der Vorgänge ermöglicht. In dieser Phase dürfen die Schüler selbst am Fahrrad aktiv werden. In verschiedenen Durchgängen baut jeweils ein Schüler nun einen Fehler ein und läßt ihn von anderen beheben.
Der Vorgang der Reparatur muß mit den Schülern gemeinsam besprochen werden, um ein möglichst effektives Arbeiten zu gewährleisten. Ausgehend von dem Dynamo sollen die "Monteure" die einzelnen Anschlüsse bis zur Glühlampe kontrollieren. Dabei ist das Öffnen des Lampengehäuses einer der letzten Schritte und muß nur vollzogen werden, wenn der Fehler vorher noch nicht gefunden wurde.
Um mehrere Schüler aktiv werden zu lassen, habe ich immer zwei "Monteure" für die Reparatur eingesetzt. Darüber hinaus können sie sich bei der Reparatur gegenseitig zur Hand gehen, was bei einigen Arbeitsschritten sehr hilfreich sein kann.
Bei jedem eingebauten Fehler sind immer drei Schüler aktiv, so daß der Vorgang fünfmal durchgeführt werden muß, um alle Schüler am Fahrrad hantieren zu lassen. Je mehr Durchgänge durchgeführt werden, um so mehr Fehlerquellen lernen die Schüler kennen.

Das Fahrrad hängt etwas erhöht an einem Kartenständer. So können die Zuschauer die folgenden Reparaturvorgänge besser beobachten. Über ein Podest (zwei Tische) gelangen die "Monteure" an den Scheinwerfer und können auf einer ihnen angemessenen Höhe arbeiten.
Bei der Einteilung der "Monteurpaare" sowie der Schüler, die den Fehler einbauen, ist im Vorfeld schon eine Entscheidung getroffen worden. Dadurch wird vermieden, daß zwei leistungsschwache oder motorisch weniger geschickte Schüler gleichzeitig zum Einsatz kommen. Den schwächeren Schülern wurde mit Rücksicht auf Sympathien ein leistungsstarker Schüler zur Seite gestellt.

4. Phase

Die Sicherung der Arbeitsergebnisse erfolgt anhand eines Arbeitsbogens. Die Schüler begeben sich wieder an ihre Tische und schreiben mindestens zwei Reparaturvorgänge auf. Das schriftliche Fixieren der einzelnen Schritte folgt dem Prinzip vom Konkreten zum Abstrakten.
Für den Fall, daß die verbleibende Zeit nicht mehr für die letzte Phase ausreicht, behalte ich mir vor, das Ausfüllen des Arbeitsbogen als Hausarbeit aufzugeben.
Die Unterrichtsstunde wird dann mit der erfolgreichen Reparatur des letzten "Monteurpaares" beendet.

7. Medien und Arbeitsmittel

- ein Fahrrad (Rahrnengröße: 28 Zoll)
- ein Kartenständer als Aufhängung für das Fahrrad
- zwei große Fahrradabbildungen in Din A 1 (vgl. 10.2)
- ein Schraubendreher, eine defekte und eine intakte Ersatzglühlampe zum Reparieren der Fahrradbeleuchtung
- 14 Arbeitsbögen "Mögliche Fehlerquellen einer Fahrradbeleuchtung" (siehe10.3)

8. Literatur

Amling, L.-R. u.a.(Hrsg.): Unter der Lupe. Sachunterricht in der Grundschule. Lehrerheft 4. Schuljahr. Berlin 1987.

Eckert, E. und R.: Wie funktioniert die Fahrradbeleuchtung? In: Sachunterricht und Mathematik in der Primarstufe 3/1984. S. 91 ff.

Helm, K.-H.: Beleuchtung des Fahrrades. In: Sachunterricht und Mathematik in der Grundschule 4/1979. S. 154 ff.

Kuhtz, C.: Rad kaputt. Lüneburg 1983.

Landesverkehrswacht Berlin (Hrsg.): Mein Fahrrad. Berlin 1989.

Podlesch, W.: Versuche zur Fahrradbeleuchtung. Berlin 1973.

Senatsverwaltug für Schule, Berufsbildung und Sport (Hrsg.): Vorläufiger Rahmenplan für Erziehung und Unterricht an der Berliner Schule/ Grundschule Klasse 1-4 VU/Sachkunde.

Ullrich, H.: Mein Fahrrad - Zur Entwicklung des technischen Denkens beim Kind. In: Grundschule 9/1994. S. 16 ff.


 

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©opyright Markus Renner, Berlin, November 1995

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06.04.2003


 

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