Zur Rechtschreiborientierung im Anfangsunterricht

"Grundausstattung" für Lehrer/innen

  • Bergk, Marion: Rechtschreiblernen von Anfang an. Frankfurt/M. 1987.

  • Dehn, Hüttis-Graf, Kruse (Hg.): Elementare Schriftkultur. Schwierige Lernentwicklung und Unterrichtskonzept. Weinheim und Basel 1996 (Beltz).

  • Dehn, Mechthild: Zeit für die Schrift. Lesenlernen und Schreibenkönnen. Bochum 1988.

  • Menzel, Wolfgang: Lesen lernen - Schreiben lernen. Braunschweig 1990.

"Splitter" zum Thema

Es reicht nicht, wenn Anfangsunterricht Erfahrungen mit der inhaltlichen Funktion der Schrift beim Textschreiben entlang der Artikulation ermöglicht, weil viele Kinder dann lange nicht über rudimentäres Schreiben hinauskommen und (selbst einsprachige) Kinder bis zum Ende von Klasse 3 nicht gut Rechtschreiben lernen. Anfangsunterricht muss die artikulatorische Strategie sogleich mit der Orientierung an Schrift verknüpfen...

Ergebnis BLK-Modellversuch (1992-1995)

Kinder, die schriftorientierten Anfangsunterricht hatten, in dem von Anfang an (auch) die Auseinandersetzung mit der Schriftstruktur nahe gelegt wurde, schreiben am Ende von Klasse 1 deutlich seltener rudimentär. Auch langfristig lernen sie deutlich besser Rechtschreiben: im DRT 2 und 3 liegen sie durchschnittlich über 30 Prozentränge besser als mehrsprachige Kinder, in deren Anfangsunterricht die Verschriftung der Artikulation favorisiert wurde.

Schon früh sollten Kinder erfahren können, dass ihre Orientierung an der Artikulation nur ein Weg zum Schreiben ist und dass es noch weitere Wege gibt, die Nachdenken erfordern. Alle Kinder können von Anfang an zumindest eine Ahnung davon bekommen, dass es einen regelhaften Zusammenhang beispielsweise zwischen mehrdeutigen Graphem-Phonem-Korrespondenzen und Rechtschreibregeln gibt (auch wenn viele ihn noch nicht verstehen).

Erfolgreicher Schriftunterricht regt Kinder dadurch zum Lernen an, dass er sich von Anfang an am komplexen Gegenstand Schrift ausrichtet, als Orientierungsgrundlage und Anspruch zugleich - freilich nicht als Sanktion.

Vgl. dazu: Hüttis-Graf, Schriftorientierung im Unterricht, Grundschulzeitschrift 107/97.

Was Kinder brauchen ist:

  • Sicherheit im Erwerb von Grundlagen der Schrift,

  • Verfügen über ein ganzes Bündel von Lösungsmöglichkeiten und damit

  • ein Verstehen von Grundprinzipien der Schrift sowie

  • eine Automatisierung im Gebrauch.

  • Vgl. dazu: Heinrich Röbe in Grundschulzeitschrift 107/97.

Konsequenzen

  • Richtig schreiben lernen Kinder nicht ohne Schrift als Strukturierungshilfe.

  • der Erfolg im Rechtschreiblernen begründet sich maßgeblich im Unterricht der Klasse 1


Dagmar Wilde / Seminarpapier FS VU 10/97


 

 

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 07.04.2003

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