Materialien zum Vortrag "Lesen in der Schule" am 12.11.99 / 19.11.99.

Zitate und Gedichte zum Lesen, zum Buch, zur Literalität


Zitate allgemein

Aussagen zum Lesen i. A., zum Lesen von Kinderbüchern i. Bes.

Gedichte


 

Ein Buch...

Ein Buch, das nicht wert ist, zweimal wenigstens gelesen zu werden, ist auch nicht wert, daß man es einmal liest. (Karl Julius Weber)

Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt. (Arabisches Sprichwort)

Lieber barfuß als ohne Buch. (Isländisches Sprichwort)

Mit meinen Büchern führe ich die meisten Gespräche. (Seneca)

Einige Bücher muss man nur kosten, andere verschlingen und einige wenige durchkauen und verdauen. (Francis Bacon)

Lest nicht wie die Kinder, zum Vergnügen, noch wie die Streber, um zu lernen, nein, lest, um zu leben. (Gustave Flaubert)

Die Kunst des Lesens ist die Fähigkeit, Seiten zu überblättern, auf denen man nichts versäumt. (William Butler Yeats)

Lesen ist für den Geist, was Gymnnastik für den Körper ist. (Joseph Addison, engl. Schriftsteller und Politiker 1672-1719)

Lesen und nicht durchschauen ist wie Essen und nicht verdauen. (Sprichwort)

Aussagen zum Lesen i. A., zum Lesen von Kinderbüchern i. Bes.

Lesen war eine wunderschöne Sache, aber dann kam der Deutschunterricht. (Erich Schön, Universität Konstanz)

Zum Kinderbuch

Wenn ich für Erwachsene schreibe, dann versuche ich nur, sie zu unterhalten. Aber ein gutes Kinderbuch tut viel mehr als unterhalten. Es lehrt Kinder den Gebrauch von Wörtern, das Vergnügen, mit Sprache zu spielen.
Vor allem aber hilft es Kinder, keine Angst vor Büchern zu haben. Wenn sie einmal durch ein Buch hindurchkommen, dann wissen sie, daß Bücher etwas sind, mit dem sie fertig werden. Wenn sie es zu irgend etwas im Leben bringen wollen, müssen sie in der Lage sein, mit Büchern umzugehen.
Wenn meine Bücher Kindern helfen, zu Lesern zu werden, dann, so kommt es mir vor, habe ich etwas Wichtiges erreicht. (Roald Dahl)

Zum Vorlesen im Unterricht

"Der laut lesende Mensch exponiert sich total. Wenn er nicht weiß, was er liest, sind seine Worte unwissend, es ist ein Jammer, und das hört man. Wenn er sich nicht darauf einläßt, sich in das Vorgelesene hineinzuversetzen, bleiben die Worte tote Buchstaben, und das merkt man. Wenn er den Text mit seiner Präsenz überfrachtet, zieht der Verfasser sich zurück, es ist eine Zirkusnummer, und das sieht man. Der laut lesende Mensch exponiert sich total vor den Augen, die ihm zuhören.
Wenn er wirklich liest, wenn er sein Wissen hineinlegt und seine Lust kontrolliert, wenn das Vorlesen bei ihm ein Akt der Sympathie sowohl für die Zuhörer wie für den Text und seinen Verfasser ist und wenn es ihm gelingt, die Notwendigkeit zu schreiben hörbar zu machen, indem er unsere verborgensten Bedürfnisse zu verstehen weckt, dann öffnen Bücher sich weit, und die Menge derer, die sich vom Lesen ausgeschlossen wähnten, strömt hinter ihm hinein." Pennac, Daniel: Wie ein Roman. Köln 1994. S. 196)

Gedichte zum Lesen

BÜCHER

Bücher
können
reden,
lachen,
weinen,
träumen,
reisen.

Irgendwann
braucht jedermann
ein Buch
mit dem er
reden,
lachen,
weinen,
träumen,
reisen
kann.

Hartmut Kulick

Ein Buch

Ich kaufe ein Buch.
Es ist in meiner Mappe hier.
Ich lese das Buch.
Nun ist es in mir.
Du liest das Buch.
Jetzt ist es in dir.
Aus ich und du
macht ein Buch oft wir.

Alfons Schweiggert

Ende

Zwischen zwei
Buchdeckeln
lebte eine
Geschichte. Sie
war noch nicht
fertig. Draußen
wartete ein
trauriges und ein
glückliches Ende
auf Einlass. Jeder
wollte rein. Die
beiden gerieten in
Streit. Geht jetzt
diese Geschichte
gut aus - oder
nicht?

Jürgen Spohn

Zwei Bücher

Das eine versprach: "Ich mache dich klug,
in mir stehen Weisheiten mehr als genug."

das andere meinte: "Ich mache dir Spaß."
Da las ich das Buch und las und las -

und las dann im klugen Buch weiter,
doch das lustige war viel gescheiter.

Hans Baumann

Bücherlesen

Bücherlesen ist vonöten,
soll euch nicht die Dummheit töten:
Wer nicht gerne Bücher liest,
ist für mich ein blödes Biest!

Bücherlesen, liebe Leute,
nicht erst morgen, sondern heute!
Heute gilt's, den Kopf zu füllen,
daß nicht laut vor Lachen brüllen

alle Affen hier im Zoo
über euren Kopf voll Stroh:
Stroh soll raus und Wissen rein,
das gilt nicht für euch allein,

sondern klar für jedermann,
der das Alphabet schon kann.
Ohne Bücher seid ihr Tröpfe,
sogar Holz- und Wasserköpfe!

Nur durch Bücher wissen wir:
Warum gibt es Menschen hier?
Denn kein Schaf gibt euch Bescheid,
keine Katze ist bereit,

Menschenkinder zu belehren,
die nicht auf die Bücher hören.
Hühner, Enten, Spatzen, Spechte
wissen leider nicht das Rechte,

was für Menschen wichtig wär.
Also: Nehmt die Bücher her,
lest und werdet sacht gescheit,
daß ihr einst die Klügren seid.

Günter Kunert

Rätsel Buch

Ich nahm es, und ich trug es,
ich trug's zum Tisch und schlug es,
ich schlug es auf und las,
was ich herauslas, ließ
ich gerne noch für andre drin,
doch ist's in mir jetzt immerhin.

Josef Guggenmos

außerdem

Es sitzt ein Mann auf einem Stuhl

in: Josef Guggenmos: Oh, Verzeihung sagte die Ameise. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1990. S. 42.


Seminarpapier • Wilde 11/99 • FUB


 

 

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 11.04.2007

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