Überlegungen zur Unterrichtsplanung und -durchführung

(In Orientierung an: Becker, Georg E.: Handlungsorientierte Didaktik. Eine auf Praxis bezogene Theorie. Weinheim 1991, S. 132/133.)

Gefordert sind methodische und didaktische Kreativität:

Phantasie ist schon bei der Planung gefragt, wenn eine geeignet erscheinende Lehr-Lern-Folge zu konzipieren ist, also die vielen möglichen Lehr-Lern-Handlungen, Situationen und Situationsfolgen zu kombinieren sind.

Einer kreativen Lehrerin/einem kreativen Lehrer

  • fallen neue Möglichkeiten der Lernmotivierung ein,

  • er/sie gestaltet Arbeitsbögen mit hohen Lernanreizen,

  • er/sie baut originelle Möglichkeiten der Erfolgskontrolle in Aufgabenblätter ein,

  • er/sie erfindet Lernspiele, an denen Schüler/innen ihre Freude haben.

 

Im Unterricht selbst ist Einfallsreichtum in Verbindung mit prozeßleitenden Handlungen gefragt, z.B.:

  • angemessene Lernhilfen geben,

  • auf Schülerfragen oder -beiträge geschickt antworten,

  • Schüler/innen zur Weiterarbeit ermutigen,

  • in Phasen der Binnendifferenzierung oder der Freiarbeit im richtigen Moment für einzelne Schüler angemessene Aufgaben/Lernhilfen finden,

  • auf unvorhersehbare Ereignisse einfallsreich antworten.

Thesen:

  • Wenn sich Lehrer/innen nicht um die Lernvoraussetzungen ihrer Schüler/innen kümmern, sind Über- und Unterforderungen unausweichlich.

  • Wenn Lehrer/innen vom Wert der Lerninhalte und Lernziele selbst nicht überzeugt sind, können sie von Schülern kein Interesse erwarten.

  • Wer als Lehrer/in die Sache nicht kennt, um die es im Unterricht geht, wird bei Schülerfragen nervös werden.

  • Lehrer/innen, die keine Zielvorstellung entwickeln und nicht eine Vielzahl möglicher Lernziele sehen, sind nicht in der Lage, einen Lehr-Lern-Prozeß sinnvoll zu steuern.

  • Lehrer/innen, die nie eine Sozialform wechseln, ignorieren das natürliche Kommunikationsbedürfnis der Schüler/innen und vernachlässigen den Bereich des sozialen Lernens.

  • Werden Lehr-Lern-Tempi verschleppt, müssen sich aktive Schüler/innen anderweitig beschäftigen.

  • Wenden sich Lehrer/innen für längere Zeit einem Schüler oder einer Kleingruppe zu, fühlen sich die anderen Schüler/innen vernachlässigt.

  • Erhalten Schüler/innen attraktives Lernmaterial und möchte die Lehrerin anschließend einen Arbeitsauftrag stellen, hören die Schüler/innen nicht zu.

  • Stellen Lehrer/innen stets nur Fragen auf der Kenntnisebene, fühlen sich Schüler/innen gelangweilt und werden unruhig.

  • Stellen Lehrer/innen jüngeren Schüler/innen mehrere Fragen auf einmal, wissen diese nicht, welche Frage sie zuerst beantworten sollen und werden verunsichert.


Dagmar Wilde - Fachseminar VU (D/Sk) - Seminarpapier 03/92


 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, März 2000

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06.04.2003


 

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