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Fachseminar für vorfachlichen Unterricht (Deutsch/MÄERZ)


 

Fachseminarsequenz: Gespräche im Unterricht - den Wahrnehmungen und Fragen der Kinder Raum geben


 

Susanne Klein - FS: Deutsch/ MÄRZ - Hellersdorf - 24.03.1998

Erzählentwicklung und -didaktik
Kognitions- und interaktionstheoretische Perspektiven

1. Einleitung

"Eine Geschichte zu erzählen bzw. ein vergangenes Ereignis erzählend zu vergegenwärtigen gehört zu den grundlegenden mündlichen Gesprächsfähigkeiten, deren Unterstützung und Förderung als eine zentrale Aufgabe des muttersprachlichen Unterrichts gilt."

2. Wie lässt sich die Entwicklung der Erzählfähigkeiten beschreiben?

2.1 Erzählen als kognitiv fundierte Fähigkeit (Boueke et al. 1995) (Monologisches Erzählen)

Erzählfähigkeit wird als eine kognitive Kompetenz verstanden, die sich darin zeigt, dass SprecherInnen über ein "narratives Schema" verfügen, das sie bei der Produktion (und Rezeption) einer 'Geschichte' als intuitive Orientierungshilfe einsetzen."

2.2 Erzählen als interaktiv fundierte Fähigkeit (Hausendorf/Quasthoff 1996) (Erzählen im Gespräch)

Entwicklung von Erzählfähigkeit zeigt sich nach Hausendorf/Quasthoff darin, dass die Anteile größer werden, die der kindliche Erzähler zu der gemeinsam hergestellten Erzählung beiträgt

Entwicklung der Erzählfähigkeit lässt sich an Stufen des Erwerbs ablesen

Stufe von 5- jährigen Kindern

a) Isolierte Ereignisdarstellung

b) Lückenlose Ereignisdarstellung

Stufe von 9-jährigen Kindern

3. Wie lässt sich die Entwicklung der Erzählfähigkeiten erklären?

Kognitionstheorie

  • Übergang von einer Stufe der "Ereignisdarstellung" zur nächsten in Anlehnung an Piaget, d. h. als ein selbst gesteuerter kognitiver Prozess, der einer inneren Logik folgt

  • Umstrukturierungsprozesses erfolgen durch Erfahrungen der Unzulänglichkeit und des Widerspruchs, wenn das Kind sicher und flexibel genug für neue Anforderungen ist

  • Entwicklung durch Unzulänglichkeitserfahrung

Interaktionstheorie

  • Erzählfähigkeit entwickelt sich aus und mit den Erfahrungen der Interaktion von kindlichem Erzähler und erwachsenem Zuhörer in einer dyadischen Struktur

  • Steigerung der Erzählfähigkeit durch Forderung in der Interaktion

  • Aufgrund des Zusammenspiels ist das Kind an einer gemeinsamen Erzählleistung beteiligt, die es alleine nicht erbringen könnte. Es ist das Gelingen einer gemeinsam geleisteten die das Fähigkeitsniveau des Kindes übersteigt und die die "Zone der nächstfolgenden Entwicklung im Gespräch erfahrbar macht.

  • Entwicklung durch Erfolgserfahrung

4. Wie lässt sich die Entwicklung von Erzählfähigkeiten Im und mit Unterricht fördern?

  • Entwicklung der Erzählfähigkeit ist ein weitgehend selbst gesteuerter Prozeß - auch Unterricht kann darauf nur geringen Einfluss haben

  • Laborsituation: Kindlicher Erzähler erwachsener Schweiger

  • Erzählfähigkeit entwickelt sich primär in der diadischen Struktur - 'Massenhaftigkeit' des Unterrichts

  • Wartesituation: Inhaltliches Interesse und Interaktion von seiten des erwachsenen Gesprächspartners - das Kind wird zum Erzählen aufgefordert

  • HAUSENDORF, H. und WOLF, D. (1998) gehen davon aus, dass im Unterricht ein kommunikativer Rahmen entsteht, der mündliche Kommunikation entwickelt.

    Vermittlung Strukturen des Erzählens (Erlebnishaftigkeit auf Erzähler- und Zuhörerseite) auf der Basis empirisch gesicherten Wissens (und nicht normativ gesetzter Regeln des 'guten' Erzählens)

    5. Literatur

    HAUSENDORF, H. / WOLF, O.: Erzählentwicklung und -didaktik. In: Der Deutschunterricht 1/1998.





    ©opyright Susanne Klein, Berlin, Januar 2000

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    06.04.2003


     

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