Texte szenisch und musikalisch umsetzen - "Die kleine Hexe" (Otfried Preußler)


Otto Fenner
1. SPS Marzahn (L)
April 2000

Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen anlässlich der Fachseminarveranstaltungen vom 05.04. und 12.04.2000
Checklist zum Theaterspielen


Theaterspielen in der Grundschule

(Erfahrungen mit einem szenischen Spiel: "Die kleine Hexe" nach Otfried Preußler. Gemeinsame Veranstaltung der Fachseminare VU 1. SPS Hellersdorf (Frau Wilde) und 1. SPS Friedrichshain (Herr Schmidt) mit SchülerInnen einer 4. Klasse der 34.G. Neukölln, Hasenhegerweg 12, am 5. und 12. April 2000).

Im freien Theaterspielen ist es das Hauptziel, alle SchauspielerInnen dazu zu bringen, ihre spielerischen Fähigkeiten voll einzubringen. Die einzelnen SpielerInnen werden für ihre persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten und für das Erkennen der Wirkung ihres Spieles auf andere (Mitspieler, Gruppe, Zuschauer) sensibilisiert. Im Einzelnen gilt:

- Alle können mitspielen!

- Alle haben Spaß und Freude, etwas nachzuahmen und auszuprobieren!

- Alle haben Lust, sich darzustellen oder die Darstellung anderer zu genießen!

- Alle haben Spaß am Verkleiden und Verstellen!

- Die Beteiligten sind neugierig auf das, was entstehen wird!

- Die Ideen, Einfälle und Phantasien aller Beteiligten sind erlaubt und werden möglichst schnell ausprobiert!

- Sprache, Mimik und Gestik sowie die ganze Bewegung werden geschult!

- Alle haben das Recht, am Einüben gleichberechtigt teilzuhaben; dadurch gewinnen die MitspielerInnen an Selbstsicherheit und Selbstbeherrschung!

- Durch das Theaterspielen erfahren die MitspielerInnen unmittelbar die Ergebnisse ihrer Selbsttätigkeit!

- Freude und Vergnügen im gemeinsamen Spiel mit anderen wird erlebt!!!

Das Spielen an der Grundschule hat nicht unbedingt das Ziel, ein geschriebenes Theaterstück wortgetreu auf die Bühne zu bringen. Gerade fertige Texte müssen nicht selten daraufhin geprüft werden, ob sie für die Gruppe geeignet sind. Dazu ist vorher ein genaues Lesen des Textes nötig.

Spontanes Drauflosspielen

Aus unseren Erfahrungen können wir sagen, dass die SchülerInnen einer Klasse durchaus in der Lage sind, zunächst aus dem Stegreif zu sprechen und zu handeln. Eine kurze Inhaltsangabe der Szene reicht aus. Die spontanen Ideen sind oft sehr gut und bieten die Möglichkeit, daran anzuknüpfen und die Szenen auszubauen. Ein wortgetreues "Kleben" am Text hindert die spontane Spiellust.

Gerade am Anfang sollte sich die Gruppe nicht mit langen Besprechungen aufhalten, sondern einfach loslegen.

Rollenverteilung

Die Rollenverteilung soll die MitspielerInnen nicht auf die "richtigen" Rollen festlegen. Es ist nicht das Ziel, dass Schauspielerinnen "Traumrollen" besetzen, sondern jede Rolle spielen können. Es kann sogar besonders wichtig und reizvoll sein, einen Charakter zu verkörpern, der mir überhaupt nicht liegt und zu dem ich mich überwinden muss. Dann kann ich mich in die Person hineinversetzen und sensibel für diese bestimmte Rolle werden.

Die Besetzung wird meist in einem ersten Gespräch vor dem Spielen möglich sein. Gerade Kinder, die im kognitiven Lernen Probleme haben, entpuppen sich oft als geniale SchauspielerInnen. Rollenklischees sollte man/frau nicht unbedingt bedienen: z.B. wurde die kleine Hexe von einem Jungen wunderbar gespielt.

Ausstattung

Die Ausstattung muss zunächst nicht umfangreich sein. Wenige passende (charakteristische) Requisiten genügen. Wichtig ist, dass diese es der Gruppe leichter machen, in andere Rollen zu schlüpfen und entsprechend auf der Bühne zu agieren. Auch das Spielen auf einer Bühne und möglichst im Scheinwerferlicht reichen dazu schon aus.

Scheinwerfer sind teuer. Man kann mit einer einfachen Grundausstattung aus einem Baumarkt (ein oder zwei Strahler) beginnen und diese nach Bedarf durch Herausziehen des Steckers einsetzen.

Ein Kleiderkoffer mit wichtigen Requisiten (alte Jacken, Röcke, Hosen, Mänteln, Hüte, Kopftücher usw.) sollte zur Grundausstattung der Klasse gehören.


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Checkliste

I. Vorplanung

- Zusammensetzung der Gruppe (spielerfahren? Anfänger?)

- Wo wollen wir spielen?

- Was?

- Wie lange?

- Wie viele MitspielerInnen werden benötigt? Was machen die anderen (Ausstattung, Licht, Geräusche, Bühnenaufbau etc.)

- Welches Publikum?

II. Spielgestaltung

- Textvorlage prüfen und entsprechend umschreiben

- Mag die Gruppe das Stück?

- Reicht ein Bühnenbild aus?

- Wie sieht das Bühnenbild aus?

- Welche Requisiten werden benötigt?

- Wo steht was? (Grundriss der Bühne)

- Boden evtl. markieren

- Beleuchtung einrichten: wo sind die Steckdosen ?

- Wie werden Geräusche erzeugt?

- Welche Kostüme werden gebraucht?

III. Proben

- Mit einem warming up beginnen: Sprech- und Bewegungsübungen oder Singen

- spontanes Spielen schnell anstreben

- Aussprache und Betonung üben

- Mimik und Gestik durch Hineinversetzen in die Rolle/n erüben

- Rollen verteilen

- Auftrittsplan erstellen

- Sitzt der Text?

- Hineinwachsen in die Rolle durch Arbeiten und Verbesserungen des kontrollierten Sprechens, des Ausdrucks, Tonfalls, der Mimik, Gestik und Bewegung.

- Stellproben

IV. Aufführung

- Alle sind rechtzeitig (eine Stunde vorher) da

- Requisiten sind vollständig vorhanden

- In Ruhe umkleiden und schminken

- Beleuchtung und sonstige Technik und Ausstattung prüfen

- Spielen

V. Nach dem Spiel

gemütliches Beisammensein, Gespräch und Auswertung.



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©opyright Otto Fenner, Berlin, April 2000

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06.04.2003


 

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