Zum Lesen verlocken - Umgang mit Kinderliteratur im verbundenen Sprachunterricht

Meine Lesebiographie…
Auszüge aus Texten der Teilnehmer/innen
im WS 99/00


Lesen lernen…

Lesen in meiner Kindheit…

Lesen in der Schule…

Lesegewohnheiten früher und heute…

Lektürevorlieben früher und heute…

Lesen heute…


Ich lese (von Andrea Bars)

Ich lese laut
Ich lese leise
Jeder liest auf seine Weise

Ich lese im Sitzen
Ich lese im Liegen
So, wie sich die Wörter wiegen

Ich lese alleine
Ich lese zu dritt
Und all die Worte gehen mit

Ich lese zu Hause
Ich lese auf Reisen
Worte, die mir die Wege weisen

Ich lese Bücher
Ich lese Seiten
Und über vieles kann man sich streiten

"Denke ich heute an meine ersten Leseerlebnisse, so fällt mir sofort ein, wie ich das Lesen gelernt habe. Es war in den Sommerferien vor meiner Einschulung. Wir waren im Urlaub und eines Nachmittages brachte mir meine Schwester das Lesen bei. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Wir saßen auf dem Bett und ich versuchte, die einzelnen Buchstaben zu Wörtern zusammenzusetzen. Das war gar nicht so einfach. Ich konnte zwar die Wörter lesen, wusste am Ende eines Satzes aber nicht was ich eigentlich gelesen habe. Das Buch hatte viele Bilder und große Druckbuchstaben und hieß Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg." (Stefanie Zeidler)

"Am Ende der Stunde hat uns unsere Lehrerin ein paar Seiten aus einer Geschichte vorgelesen. Besonders gut hat mir die Geschichte vom Sams gefallen." (Stefanie Zeidler)

"An meine ersten Leseversuche kann ich mich kaum noch erinnern, ich weiß nur, dass ich vor meiner Schulzeit noch nicht lesen konnte und meine ersten Erfahrungen erst während der Schulzeit sammelte. Ich glaube, ich fand es damals auch nicht so spannend, einzelne, zusammenhangslose Wortlaute (Konsonanten und Vokale), Wörter und Sätze lesen zu können, die in keinem Bezug zu irgendetwas standen und mit vielen Bildansichten versehen waren. Toll war es nur, wenn ich meiner Oma oder einer anderen Person Schilder, U- Bahnhof - und Geschäftsnamen vorlesen konnte und ihr stolz präsentieren durfte, was ich schon alles gelernt hatte." (Andrea Siwek)

Ich kann mich eigentlich gar nicht mehr so genau daran erinnern, wie ich lesen gelernt habe. Nur noch an einige Details, die ich behalten habe. In der Schule fing alles damit an, daß wir einzelne Buchstaben an der Tafel gelernt haben. Nachdem wir einige Buchstaben konnten, bekamen wir eine Lesefibel namens..Fu". Darin fingen wir dann richtig an zu lesen, wie "Fu ruft tut oder Fu ruft Uta".Doch zu Hause habe ich nie gelesen. Ich habe mich immer darauf gefreut, wenn mir meine Mutter oder mein Vater abends vor dem Zu-Bett-gehen vorgelesen haben. Aber was mir meine Eltern vorgelesen haben?! Wenn ich das noch wüsste! (Nadine Blöhm)

Lesen lernen…

"Vorlesen, das war toll. Jeden Abend vorm Zu-Bett-Gehen. Die Geschichten von "Birne". Eine fliegende und denkende Glühlampe. Vom heutigen "wissenschaftlichen" Wissen aus gesehen absoluter Quatsch. Aber damals habe ich mich fast totgelacht. Und auch die ganzen anderen Bücher, deren Titel ich nicht mehr kenne. Meine arme Mutter. Eine Geschichte reichte mir fast nie. Noch eine Geschichte und noch eine und noch eine..." (Sergej Gohrbandt)

"Meine Mutter hat mir im Alter von 2 - 9 Jahren regelmässig vorgelesen. Titel an die ich mich erinnern kann sind: Sams, Lotter aus der Krachmacherstrasse, Schnüpperle, Jim Knopf, Kleine Hexe, der kleine Wassermann, Räuber Hotzenplotz und Wingewitt der weisse Schwan. Als Autorin fällt mir nur Astrid Lindgreen ein." (Nadine Gottschalk)

ªMein erster Kontakt mit Büchern waren die abendlichen " Gutenachtgeschichten", die mir von meinen Eltern vorgelesen wurden. Über Bilderbücher und Comics, wurde so allmählich das Interesse am eigenständigen Lesen und Lesenlernen geweckt." (Melanie Kamradt)

" Bis ich 14 Jahre alt war hatten meine Eltern keinen Fernseher. Er war irgendwann kaputt gegangen und sie hatten sich keinen neuen angeschafft. Ich hatte also immer viel Zeit zum lesen, und habe das Fernsehen lange Zeit nicht vermisst." (Nina Rieke)

"Doch dann erinnere ich mich daran, wie schön ich es fand, wenn mir jemand vorgelesen hat. (...) Abends gab es auch immer eine Gute-Nacht-Geschichte." (Andrea Bars)

"Meine Eltern haben sich schon sehr früh, erfolgreich bemüht mir das Lesen schmackhaft zu machen. Meine Mutter hat uns stundenlang am Abend vorgelesen und das war immer die schönste Zeit des Tages." (Nina Rieke)

Genauso gut kann ich mich an Nachmittage erinnern, an denen meine Mutter bzw. mein Vater schon fast völlig verzweifelt mit mir dasaßen und versuchten, mir das Zusammenziehen von zwei Buchstaben beizubringen - wie halt F und U ist Fu. Ich "wollte" das einfach nicht begreifen und noch demotivierter wurde ich, als meine kleine Schwester im Hintergrund damit anfing die Buchstaben problemlos zu "etwas" zu machen, was meine Eltern dann mit einem erstaunten Kopfnicken bestätigten, ich aber leider überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Schließlich habe ich es dann aber doch noch gelernt und meine "Fu - Fibel" verbinde ich selbst heute noch mit etwas Schönem. An Lesebücher habe ich keine Erinnerungen mehr. Ich weiß nur, daß wir in der Schule welche besaßen. (Britta Schumacher)

Wahrscheinlich fing es, wie bei so vielen anderen, auch mit den allabendlichen Geschichten an, die meine Eltern mir vorgelesen haben. (Katharin Ismer)

Meine Eltern haben mir und meiner Schwester früher sehr oft vorgelesen - auch, als ich schon längst lesen konnte. Meistens war das abends vor dem Schlafengehen.
Als ich noch ganz klein war, hat sich mein Vater jeden Abend mit mir auf dem Arm vor die Poster in meinem Kinderzimmer gestellt, um sich mit mir genau die Bilder auf den Postern anzuschauen und mir dazu eine ausgedachte Geschichte erzählen zu können.
Ich fand das immer unheimlich toll, weil ich so mit meinen Eltern etwas gemeinsam erleben konnte. Außerdem hatte es eine "gewisse" Gemütlichkeit. (Britta Schumacher)

Die Vorlesestunden im Kindergarten und die Gutenachtgeschichten vor dem Einschlafen zählen zu den wenigen Erinnerungen, die ich noch aus dieser Zeit habe. Geschichten wie "Die kleine Hexe", "Jim Knopf", "Der kleine Vampir", aber auch viele verschiedene Märchen gehören dazu. Ich hätte stundenlang zuhören können! Leider hatten die meisten Erwachsenen nie genug Zeit oder Lust, so dass ich es kaum erwarten konnte, endlich selber lesen zu können. (Angela Berkholz)

Allein lesen fand ich viel zu anstrengend. Ich war viel zu ungeduldig, um ein Buch zu Ende zu lesen. Manchmal fing ich mit gutem Willen an ein Buch zu lesen, las ein paar Seiten vor dem Schlafengehen, aber ich rührte das Buch am nächsten Tag nicht wieder an. Dies ruhige Rumsitzen fiel mir sowieso immer sehr schwer. Ich brauchte Bewegung, draußen spielen war viel besser. (Simone Schmidt)

Irgendwann bekamen wir in der Grundschule die Aufgabe zu Hause unsere eigenen Bücher zu zählen. Ich hatte so viele, dass ich sie kaum zählen konnte. Um so mehr überraschte es mich, dass es tatsächlich Kinder in meiner Klasse gab, die nur ein oder zwei Bücher besaßen. Ich konnte nicht nachvollziehen, dass jemand keine Freude am Lesen haben konnte. Ich hockte schließlich jede freie Minute über einem Buch. Natürlich auch heimlich abends mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Meine Eltern fingen sogar an sich Sorgen zu machen, dass ich nicht genug an die frische Luft käme und mich zu einem Stubenhocker entwickeln würde. Das ging so lange bis mein Schwester ebenfalls ins lesefähige Alter kam und ganz im Gegensatz zu mir kein Buch auch nur eines Blickes würdigte. Von nun an war ich das leuchtende Vorbild, an das sie sich halten sollte. (Angela Berkholz)

Es gibt einige Bücher, an die ich mich noch genau erinnern kann und die ich früher immer wieder vorgelesen bekommen wollte. Dazu gehörten "Das Nilpferd in der Kartoffelfabrik", "Willi Wieberg", "Oh wie schön ist Panama", "Kinder aus der Krachmacherstraße", "Pipi Langstrumpf", "Kinder von Bullerbü" und "Sams". Vor ein paar Jahren habe dann ich sehr viel Spaß daran gehabt, meinem derzeitigen Babysitterkind vorzulesen. (Britta Schumacher)

Die blödsten Geburtstagsgeschenke waren Bücher. Darüber habe ich mich damals nie gefreut. Für mich hatten die Bücher keinen Wert, sie bedeuteten nur harte Arbeit für mich. Viel besser fand ich TKKG Kassetten. (Simone Schmidt)

Lesen in meiner Kindheit…

"Irgendwann haben wir dann auch angefangen in der Schule "Ganzschriften" zu lesen. Und das war so ziemlich das Letzte. Gemeinsames Lesen, was für´n Schwachsinn. Einer stammelt mehr oder weniger vor sich hin (war nicht als Beleidigung gemeint, ich selbst habe damals beim laut Vorlesen meine Schwierigkeiten gehabt, da meine Augen schneller gelesen haben, als mein Mund sprechen konnte) und die anderen schauen stur ins Buch und freuen sich über die Fehler, die der andere macht. Insbesondere das Fehlerlesen." (Sergej Gohrbandt)

"rgendwann haben andere und auch ich angefangen, schneller zu lesen als der, der vorlas. Das führte dann dazu, das man den nächsten Anschiss bekam wenn man drangenommen wurde, weil man nicht wusste, wo die anderen grade waren. Na toll." (Sergej Gohrbandt)

"In der Oberschule haben wir natürlich auch gelesen. Aber hier waren es meist Bücher, die literaturwissenschaftlich sicher sehr wertvoll waren, aber leider auch Stinklangweilig. So kommt es dann auch, dass ich im Endeffekt gar nicht mehr genau weiß, welche Bücher ich in der Zeit in der Schule gelesen habe. Zu Hause las ich jedoch mit wachsender Begeisterung weiter. Ich fand auch bald meine Lieblingsliteratur (…)" (Sergej Gohrbandt)

"In der Grundschule habe ich das Lesen als langweilig empfunden. Ich habe mir eher selber Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben. Zu dieser Zeit wollte ich unbedingt Schriftstellerin werden." (Nadine Gottschalk)

In der Grundschule hat mir das Lesen großen Spaß gemacht, weil ich anfangs schneller als die anderen lesen konnte. Leider hat sich dieser Vorteil ins Negative gekehrt, da ich nicht selten schneller als die anderen fertig war, und mich dann gelangweilt habe. Das Lautvorlesen war mir aber trotzdem ein Gräuel und ich hatte immer Angst, dass ich die nächste sein könnte, die sich vor lauter Aufregung verhaspelt. (Katharina Ismer)

"Das nächste woran ich mich erinnere ist, dass ich das laute Vorlesen in der Klasse immer als sehr lästig und in Zusammenhang mit der Angst des Verlesens empfunden habe. Wie es zu dieser Angst kam, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Vielleicht war es der eigene Druck, vor der gesamten Klasse die eigene Leseleistung beweisen zu müssen." (Melanie Kamradt)

"Ich wurde eigentlich erst wieder in der Oberschule an das Lesen herangeführt. Wobei ich sagen muss, dass ich großes Glück mit meinen Lehrerinnen hatte." (Melanie Kamradt)

"An das Lesenlernen in der Schule kann ich mich nicht mehr erinnern, ich weiß nur, dass ich mich immer um das Vorlesen in der Schule gerissen habe. Ich kam aber fast nie dran, weil die Lehrerin ja wusste, dass ich es konnte. Ich habe dann schon weitergelesen, und wusste dann oft nicht mehr, wo die anderen gerade waren." (Nina Rieke)

"In der Oberschule im Deutschleistungskurs ist mir das Lesen von guten Büchern durch meinen Deutschlehrer sehr verleidet worden. Überhaupt lese ich Bücher, die ich lesen muss, sehr ungern, obwohl sie mir, freiwillig gelesen, vielleicht gefallen hätten." (Nina Rieke)

Außerdem erinnere ich mich an die "Phase der Betonung." Jeden Text, den wir in der Schule bekamen und lesen sollten, musste ich zu Hause so lange üben, bis ich ihn flüssig und mit guter Betonung lesen konnte. (Andrea Siwek)

"Wir machten oft Fehlerlesen, was mir nie etwas ausmachte. Im Gegenteil ich fand das damals ganz toll, habe aber nie daran gedacht, dass es auch Schüler gab, die aufgrund ihrer nicht vorhandenen Lesekenntnisse, Fehlerlesen verabscheuten." (Andrea Siwek)

In der Grundschule kann ich mich an zwei Bücher erinnern, die wir gemeinsam in der Klasse gelesen haben: "Vorstadtkrokodile" und "Die Insel der blauen Delphine". Beide Bücher fand ich toll und spannend und ich besitze sie heute noch. Das Schönste war es aber damals, wenn uns unsere Klassenlehrerin aus "Sophiechen und der Riese" oder "Hallo, da bin ich" vorgelesen hat. (Britta Schumacher)

Ich habe keine guten Erinnerungen an den Leseunterricht in der Grundschule. Für mich war das Lesen eine Qual. Ich konnte nur sehr stotternd und langsam lesen, ohne jegliche Betonung. Meine Lehrerin wußte das, und nahm mich ständig dran, um laut vorzulesen. Heute weiß ich, daß sie es nur gut mit mir meinte, um mir mehr Zeit zum Üben zu geben. Aber damals empfand ich es als Demütigung. Ich dachte, sie nimmt mich mit Absicht dran, um mich vor meinen Mitschülern bloß zu stellen. Dies geschah dann auch meistens. Wenn ich vorlas ging es nur im "Schneckentempo" voran. Ich bekam einen knallroten Kopf, mein Herz raste, meine Hände blieben an den Buchseiten kleben, weil ich schwitzte und meine Mitschüler wurden unruhig und machten sich über meinen Zustand lustig. Dadurch konnte ich noch viel schlechter lesen. Außerdem konnte ich zwar vorlesen, aber ich konzentrierte mich dann so auf das Lesen, daß ich den Inhalt überhaupt nicht mitbekam. Alles in allem: Es war schrecklich. (Simone Schmidt)

Was den späteren Literaturunterricht betrifft denke ich ungern an die von großen Teilen der Klasse verhassten kleinlichen Interpretationen, insbesondere von Gedichten, zurück. Diese Art der Auseinandersetzung mit Texten kann, zumindest vorübergehend, jegliches Interesse an der Beschäftigung mit Literatur zurückdrängen. (Leila Becker)

Als ich auf die Oberschule kam habe ich das Lesen oft als "lästig" empfunden. Die Masse, die an Lektüre regelrecht "abgeklappert" wurde, hat mich manchmal erschlagen. Das ewige "Darüber reden", "Analysieren" und "Interpretieren" wurde mir irgendwann zu trocken und zu langweilig. (Britta Schumacher)

Lesen in der Schule…

"Mein Lieblingsort zum Lesen war schon immer mein Bett. Gerade vor dem Einschlafen lese ich gerne noch ein paar Seiten. Früher sind meine Eltern dann abends hereingekommen und ich sollte schlafen. Meistens war das Buch gerade so spannend. Ich überredete meine Eltern, die Seite noch zu Ende lesen zu dürfen. War die Tür wieder zu, las ich meistens noch ein paar Seiten weiter. Hörte ich dann Schritte vor der Tür, legte ich das Buch so schnell es ging beiseite und schaltete das Licht aus. Heute muss ich mich oft zwingen, das Buch abends zuzuklappen, damit ich am anderen Morgen nicht ganz so müde bin." (Stefanie Zeidler)

"Es wurde eingeführt, dass wir um acht Uhr im Bett liegen mussten und bis neun Uhr lesen durften, was mir sehr gut gefiel. So kam auch meine Schwester dazu, zu lesen, was auch wegen des Aufbleibens geschah." (Andrea Siwek)

Heute lese ich, wann immer ich genügend Zeit dazu habe, aber vor allem im Urlaub und dann ununterbrochen. Wenn ich ein Buch angefangen habe, das mich interessiert, lege ich es praktisch nicht aus der Hand, bis es ausgelesen ist. Ich kann sogar auf meinen Schlaf verzichten und die Nächte durchlesen. Auch früher schon, durfte ich immer so viel und lange lesen wie ich wollte, so dass das Unter-der-Decke-lesen nicht nötig war. Es gibt praktisch keinen Abend, an dem ich nicht wenigstens ein paar Seiten in meinem aktuellen Buch lese. Am liebsten sind mir dicke Romane, weil die nicht immer so schnell ausgelesen sind, das Thema spielt dabei eigentlich kaum eine Rolle. (Katharin Ismer)

Wenn mir ein Buch sehr gut gefällt, kommt es auch vor, dass ich es mehrmals hintereinander lese, und bestimmte Passagen immer wieder laut vorlese. Es ist auch nicht selten, dass ich mehrere Bücher, die völlig unterschiedliche Inhalte haben, parallel lese. (Katharin Ismer)

Meine Beziehung zu Büchern war über die Jahre sehr unterschiedlicher Natur. Es gab Zeiten, in denen ich Bücher regelrecht verschlungen habe. So konnte ich es, gerade die Bibliothek verlassend, manchmal gar nicht abwarten, bis ich unsere Wohnung erreicht hatte und suchte mir ganz in der Nähe ein Plätzchen und begann bereits dort mit der Lektüre der kurz zuvor ausgeborgten Bücher. Ich erinnere mich, zu diesem Zeitpunkt gleich in drei Bibliotheken angemeldet gewesen zu sein. (Leila Becker)

Lesegewohnheiten früher und heute…

"Letztes Jahr hatte ich im Urlaub nichts mehr zu lesen. Also kaufte ich mir ein Buch. Es war ein Australienroman von Patricia Shaw. Ich war von dem Buch so begeistert, dass ich fast alle ihrer Bücher gelesen habe.´ (Stefanie Zeidler)

"Bei der Bücherauswahl lasse ich mich gerne durch Freunde und Bekannte animieren, wobei ich mich nicht speziell auf bestimmte Themen festlegen lasse. Häufig sind es jedoch Bücher, die sich mit alltäglichen Situationen, Problemen und menschlichen Schicksalen beschäftigen." (Melanie Kamradt)

"Meine Eltern haben sich zwar immer bemüht, mir gute Literatur nahe zu bringen, aber ich durfte mir trotzdem im Bücherbus ausnahmslos das ausleihen, was mir Spaß machte. Meistens lieh ich mir Comics, Mädchenbücher (z.B. Hanni und Nanni) und Romane aus. Später hatte ich dann von ganz alleine Lust auch "gute Literatur" zu lesen." (Nina Rieke)

"Ich wollte aber nie so gruselige Geschichten, wie die vom Kleinen Vampir, abends hören. Ich hätte vor Angst nicht schlafen können. Und Märchen mochte ich auch nicht." (Andrea Bars)

Oft bin ich mit dem Schluss unzufrieden und enttäuscht, wie auch in diesem Fall, da ich gewisse Vorstellungen vom Ende habe, die nicht selten unerfüllt bleiben. (Katharina Ismer)

Etwas schwerer tue ich mich mit Büchern, die mir nicht gefallen, ich habe immer das Gefühl einer Verpflichtung das angefangene Buch auch zu Ende zu lesen. Da fällt mir als erstes "Sophies Welt" ein, dieses Buch ist so berühmt, das man es einfach gelesen haben muss. Aber ich bin mit ihm einfach nicht klargekommen. Ich habe Seiten überblättert, was ich sonst nie mache und habe nur sehr flüchtig etwa jede zweite Zeile gelesen. (Katharina Ismer)

Mit 10 oder 11 Jahren habe ich die obligatorischen Pferdebücher verschlungen, die heute immer noch auf meinem Regal stehen, und von denen ich teilweise immer noch den genauen Inhalt wiedergeben kann, weil ich sie ständig wieder gelesen habe. (Katharina Ismer)

Lektürevorlieben früher und heute…

"Es ist aber eher die Ausnahme, dass ich mir ein Buch selber kaufe. Entweder ich bekomme sie geschenkt oder ich lese die Bücher meiner Schwester oder meiner Mutter. Da wir einen ähnlichen Geschmack haben, was Bücher betrifft, klappt es mit dem Austauschen ganz gut." (Stefanie Zeidler)

"Und etwas anderes ist auch geblieben: Wenn ich einmal mit einem Buch angefangen habe, kann ich nicht mehr aufhören. Das führt dann sogar hin und wieder dazu, das ich eine ganze Nacht durchlese und erst am nächsten Morgen, wenn ich mit dem Buch fertig bin, schlafen gehe (ist natürlich sehr ungünstig, wenn man eigentlich in der Schule bzw. Uni sein müsste)." (Sergej Gohrbandt)

"Heute ist es so, dass es für mich zum einen das notwendige Lesen gibt, d.h. Zeitung, Fachliteratur u.ä. und dann mein "individuelles Lesen". Wobei ich nicht zu den Menschen gehöre, die abends noch im Bett lesen, sondern ich brauche viel Ruhe und Zeit, um mich wirklich an einem Buch zu freuen und auch darin versinken zu können. Häufig lese ich daher im Urlaub." (Melanie Kamradt)

"Hat mich allerdings ein Buch erst richtig gefesselt, kann ich es nicht aus der Hand legen und nehme es überall mit hin."(Nadine Gottschalk)

Für mich bedeutet Lesen in erster Linie die Flucht aus der Realität und das Eintauchen in eine andere, viel aufregendere Welt. Ich schlüpfe dabei in die Haut eines anderen und sehe mit dessen Augen. Ich erlebe und fühle in dieser Welt so intensiv, dass ich nach dem Weglegen eines Buches eine Weile brauche, um mich in meiner eigenen Welt wieder zurechtzufinden. Das Lesen ist dabei völlig automatisiert. Das Entschlüsseln der Wörter geschieht ganz unbewusst. Anders ist das beim Lesen von Fachbüchern und Sachtexten. Jedes Wort muss dabei verstanden werden, es ist mühsam, man muss arbeiten. Bei dieser Art von Lesen kann man nicht mitfühlen, man entnimmt lediglich Informationen. (Angela Berkholz)

Teilweise ist es so, dass ich mich so in die Bücher einfühlen und mich mit der Hauptfigur identifizieren kann, dass ich Angst davor habe, dass das Buch zu schnell zu Ende ist, weil es manchmal das Gefühl ist, als ob man in ein Loch fällt, wenn man zwar weiß wie das Buch endet, aber nicht, wie die Geschichte der Person weitergeht. (Katharin Ismer)

"Mich muss ein Buch sofort ansprechen, damit ich es bis zum Schluss durchlese. Entweder es gefällt mir sofort, oder gar nicht. Gefällt mir ein Buch, kann ich aber auch solange nichts anderes machen, bis ich es ausgelesen habe. Von der Umwelt bekomme ich dann nicht mehr viel mit. Deshalb muss ich mir immer gut überlegen, ob ich genug Zeit habe, um ein bis zwei Tage abzutauchen. Am liebsten lese ich Bücher ab 300 Seiten aufwärts, denn ich bin immer traurig, wenn ein Buch, das mir gut gefiel, zu Ende ist.." (Nina iRieke)

Wenn meine Familie oder meine Freunde nicht wissen, was sie mir schenken könnten, ist den meisten schon bekannt, dass sie mit einem Buch nicht viel verkehrt machen können. (Katharin Ismer)

"Und noch etwas habe ich entdeckt: Vorlesen macht riesen Spaß!!! Selbst "große" Kinder (nämlich genau die, die einen böse anschauen, wenn man sie Kinder nennt) sind begeistert wenn man sich hinsetzt und ihnen vorliest. Und man selbst muss sich sehr bemühen, Sprache, Sprechweise, u.s.w. immer gleichmäßig einzusetzen ("Wer redet jetzt eigentlich grade? Ach mist, das ist ja jetzt doch die Katze und nicht der Rabe, also noch schnell die Stimme ändern oder IMPROVISIEREN"). Man glaubt gar nicht was Kinder alles merken, aber auch nicht, wie begeistert Kinder sind, wenn man sie in andere Welten, Phantasiewelten entführt, sie mitnimmt in eine Traumwelt, ganz ganz weit weg... und doch so nah und einfach zu erreichen. "(Sergej Gohrbandt)

Auch heute ist es noch so, daß ich zum "richtig" intensiven Lesen eines Buches eigentlich mehr in den Ferien komme. (Britta Schumacher)

Lesen heute…


©opyright Dagmar Wilde, Berlin 2000.

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06.04.2003


 

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