S: 12415: "Zum Lesen verlocken - Umgang mit Kinderliteratur im verbundenen Sprachunterricht"
Referenten: A. Bars, N. Blöhm, M. Happel, K. Ismer

schriftliche Ausarbeitung: Andrea Bars

Förderung der Lesemotivation in Schule und Unterricht

Thesenpapier

1. Teil: Leseförderung (B. Hurrelmann)

2. Teil: Bücherlesen lernt man nicht über Lesebücher! (M. Sahr)

3. Teil: Kinderkultur: Produktiver Umgang mit Büchern (B. Hurrelmann)

4. Teil: Leseförderung (R. Bamberger)

  1. Erzählen eines Teiles der Geschichte

  2. Vorlesen einiger Seiten

  3. Stilles Weiterlesen im Unterricht

  4. Vermutung über den Fort- und Weitergang der Geschichte


Was ist mit Leseförderung gemeint?

Vor allem der Übergang vom Erstlesen zum weiterführendem Lesen muß gefördert werden!!!

Leseförderung war schon immer Bestandteil der Deutschdidaktik, ist aber mittlerweile auf ein Problem anderer Größenordnung gemünzt.

Begriff heute:

Neu ist: die Konzentration auf das Lesen selbst, die Dringlichkeit, mit der die L. von Kultusministerien zur Aufgabe der Schule erklärt wird. Grund dafür: rasante Veränderung der Medien seit den 80ern.

Untergang der Lesekultur?

Bsp. für heute im Zeitalter des Computers: Stud. fragen

"Kindheit als eine sozial definierte eigene Lebenssphase ist gebunden an einen Zeitraum des Lernens, eine Phase der Schrittweisen dosierten Einführung in die Erwachsenenwelt".

Er setzt diese Phase gleich mit dem Erwerb der Literalität. Er behauptet, die Kindheit sei mit der Erfindung des Buchdrucks im 15 Jh. entstanden und verschwindet mit der Ausbreitung des Fernsehens im 20 Jh. wieder.

das ist u. E. Quatsch!!!!!!!

Einer Untersuchung nach betrug die lesende Bev. 1770 ca. 15%, 1830 ca. 40%, 1870 ca. 75%. Liegt mit daran, daß nur für wohlhabende bürgerliche Schichten die Kindheit zugleich eine Lesekindheit war.

Richtung an P. These ist, daß durch den erhöhten Fernsehkonsum die Kinder unabhängiger von der Erwachsenen sind und früher in der Lage sind an deren Informations- und Unterhaltungswelt teilzunehmen.

Polarisierungshypothese (Bildung von Extremen): vorlesen:

"Ulrike Six (Medienwissenschaftlerin) formuliert sie so:

" Unter der Perspektive ungleich verteilter Ausgangsbedingungen für den Medienumgang Heranwachsender ist anzunehmen, daß die Ressourcen und Kompetenzen Privilegierten die Medienangebote eher nutzen, daß sie ihrer sozialen Durchsetzung dienlich sind.... Medienangebote und deren Nutzung würden dann zur Verstärkung von Gruppenunterschieden führen, nicht nur in Bildung und Wissen, sondern auch etwa in Einstellungen und Interessen,in Ängsten, Motivationen und Aktivitäten"

In den oberen Schichten wird Lesen weiterhin zum Verhaltensrepertoire gehören. Es wird für Jüngere allerdings schwer zu erlernen sein, da die Unterhaltungselektronik Zerstreuung, punktete Aufmerksamkeit, starke emotionale Reize zu den beherrschenden Wahrnehmungsformen macht.

Warum lesen??

Setzt man sich, wenn man heute zur Literalität erziehen will, nicht ein altmodisches Ziel?

Die Schule braucht sich nicht den Schuh anzuziehen, daß sie die Verursacherin von Lesedefiziten sei, die andere auszugleichen hätten. Sie ist und bleibt die wichtigste Sicherungsagentur, für das Lesen, die die Gesellschaft mehr denn je braucht, um die notwendigen Grundlagenkompetenzen für eine selbstbestimmte, bedürfnisgerechte und bedächtige Nutzung des gesamten Medienensembles zu schaffen, das Heranwachsenden heute zur Verfügung steht.


©opyright Andrea Bars, Berlin, Februar 2000


 

Sofern im Einzelfall nicht anders geregelt und soweit nicht fremde Rechte betroffen sind, ist eine Verwendung der Dokumente als Teile oder als Ganzes in gedruckter und elektronischer Form für den schulischen Bereich sowie Ausbildungszwecke gestattet, unter der Voraussetzung, dass die Quelle

"d.w. - online": http://www.dagmarwilde.de

genannt wird und diese Anmerkungen zum Copyright beigefügt werden.

Ohne vorherige schriftliche Genehmigung durch die Verfasser/innen ist eine kommerzielle Verbreitung der auf diesem Server liegenden Dokumente ausdrücklich untersagt.

These pages belong to "d.w. - online": http://www.dagmarwilde.de

Permission is hereby granted to use these documents for personal use and in courses of instruction at educational institutions provided that the articles are used in full and this copyright statement is reproduced. Permission is also given to mirror these documents on WorldWideWeb servers. Any other usage is prohibited without the written permission of the author. Please mail.

06.04.2003


 

nach oben

Lernbereich MÄERZ

vorfachlicher Unterricht

Forum

Links

zur Startseite

Lernbereich Deutsch

Fachseminar VU

Unterrichtsmodelle

Willkommen

    Lernbereich Sachkunde Seminarergebnisse Unterrichtsszenarien Sitemap
Aktuelles   Neue Medien Materialien für die Fachseminararbeit Diskussion Ein roter Faden