PS: Zum Lesen motivieren
SS 1996
Dozentin: Dagmar Wilde
Referentin: Malgorzata Salwiczek

Geschlechtsspezifische Lesehaltungen: Lesehaltungen und -neigungen bei Jungen und Mädchen


I. Frühleseruntersuchung

II. Mädchen lesen (und schreiben) Anderes als Jungen


 

I. Frühleseruntersuchung

Im Zeitraum von 1984 bis 1990 führte Neuhaus-Siemon eine Frühleseruntersuchung durch. (Neuhaus-Siemon 1991 und 1993)

1. Frühleserquote

2. Leseleistung

3. Leseverhalten und LektüreInteressen

4. Schulleistungen

5. Begabungsinteressen

6. Persönlichkeitsprofil

II. Mädchen lesen (und schreiben) Anderes als Jungen

Sind die Mädchen den Jungen "sprachlich" überlegen?

Beobachtungen von Leseleistungen bei Jungen und Mädchen ergaben folgende Trends:

Genauere Analysen ergaben diesen Trends entgegenlaufende Tendenzen:

These:

Jungen schreiben und lesen nicht generell schlechter als Mädchen, vielmehr schreiben und lesen sie Anderes (richtig).

Erklärung:

Biologische und soziologische Erklärungen sind zu allgemein und werden den Ausnahmen nicht gerecht.
Deshalb haben May, Brügelmann und Richter die Hypothese aufgestellt, daß Leistungen unmittelbar mit der inhaltlichen Bedeutsamkeit zu tun haben. Sie schlagen verschiedene Begriffe (psycho-linguistische, soziopsycholingulst:Ische und ökolinguistjsche Erklärung)für diesen Ansatz vor.

Kritik an Lesetests:

Bei der Untersuchung der deutschen Stichprobe einer internationalen IEA-Lesestudie fand Lehmann (Jahr?), daß Mädchen in den Lesetests bessere Leistungen brachten. Lehmann fand allerdings auch, daß in den Test im wesentlichen das verlangt wurde, was Mädchen lieber lesen (und besser können). Interessenrichtung und Textsorte entscheiden über Leseleistung.

Zum Schreiben:

Eine sozio-psycholinguistische Erklärung kann nur dann gelten, wenn es so etwas wie eine "geschlechterspezifische inhaltliche Bedeutsamkeit" von Wörtern gibt.
May, Brügelmann und Richter (1994) fanden sogenannte "Mädchen-" (Puppe, Barbie, reiten u.v.m.) und "Jungenwörter" (Fußball, Auto, Arschloch u.v.m.) . Die gefundenen Wörter ließen sich nach Interessensbereichen (Sport, positiv besetzte Wörter, Natur etc.) gliedern, diese Gliederung ergab erhebliche Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.

Ergebnisse: Die Jungenwörter unterscheiden sich von den Mädchenwörtern. Die Unterschiede entsprechen altbekannten Geschlechterstereotypen.

Schlefele, Krapp, W-inteler 1992 und Krapp 1992 fanden außerdem, daß der Zusammenhang zwischen Interesse und Schulleistungen bei Jungen größer ist als bei Mädchen.


©opyright Malgorzata Salwiczek, Berlin, Januar 2000


 

Sofern im Einzelfall nicht anders geregelt und soweit nicht fremde Rechte betroffen sind, ist eine Verwendung der Dokumente als Teile oder als Ganzes in gedruckter und elektronischer Form für den schulischen Bereich sowie Ausbildungszwecke gestattet, unter der Voraussetzung, dass die Quelle

"d.w. - online": http://www.dagmarwilde.de

genannt wird und diese Anmerkungen zum Copyright beigefügt werden.

Ohne vorherige schriftliche Genehmigung durch die Verfasser/innen ist eine kommerzielle Verbreitung der auf diesem Server liegenden Dokumente ausdrücklich untersagt.

These pages belong to "d.w. - online": http://www.dagmarwilde.de

Permission is hereby granted to use these documents for personal use and in courses of instruction at educational institutions provided that the articles are used in full and this copyright statement is reproduced. Permission is also given to mirror these documents on WorldWideWeb servers. Any other usage is prohibited without the written permission of the author. Please mail.

06.04.2003


 

nach oben

Lernbereich MÄERZ

vorfachlicher Unterricht

Forum

Links

zur Startseite

Lernbereich Deutsch

Fachseminar VU

Unterrichtsmodelle

Willkommen

    Lernbereich Sachkunde Seminarergebnisse Unterrichtsszenarien Sitemap
Aktuelles   Neue Medien Materialien für die Fachseminararbeit Diskussion Ein roter Faden