Ganztagsgrundschule

 

KMK Definition vom März 2003

Ende März 2003 hat der Schulausschuss der KMK den Begriff "Ganztagsschule" neu definiert.

"Unter Ganztagsschulen werden Schulen verstanden, bei denen im Primar– oder Sekundarbereich I

  • über den vormittäglichen Unterricht hinaus an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt wird, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst,
  • an allen Tagen des Ganztagsbetriebs den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen bereitgestellt wird,
  • die nachmittäglichen Angebote unter der Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und in enger Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden und in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Vormittagsunterricht stehen.

Es werden drei Formen unterschieden:

  • In der voll gebundenen Form sind die Schülerinnen und Schüler verpflichtet, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
  • In der teilweise gebundenen Form verpflichtet sich ein Teil der Schülerinnen und Schüler an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
  • In der offenen Form ist ein Aufenthalt verbunden mit einem Bildungs– und Betreuungsangebot in der Schule an mindestens drei Wochentagen von täglich mindestens sieben Zeitstunden für die Schülerinnen und Schüler möglich. Die Teilnahme an den ganztägigen Angeboten ist jeweils durch die Schülerinnen und Schüler oder deren Erziehungsberechtigte für mindestens ein Schulhalbjahr verbindlich zu erklären."

 

 

Aus den Empfehlungen des Forum Bildung vom 19.11.2001 geht hervor, dass Ganztagsangebote an allen Schulformen unter methodischen, erzieherischen sowie zeitlich-organisatorischen Aspekten erheblich zur Qualitätsverbesserung der schulischen Bildung beitragen können, sowohl zur Vermeidung von Benachteiligungen als auch zur Förderung von Begabungen. Voraussetzungen sind ein pädagogisches Konzept sowie eine entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte und der Schulleitung.

Bis 2006 wurden in Berlin weitere 30 Ganztagsgrundschulen mit Mitteln des IZBB eingerichtet. Darüber hinaus erfolgte bis 2005/06 ein Ausbau der Grundschulen zu verlässlichen Halbtagsgrundschulen und die schrittweise Verknüpfung mit dem offenen Ganztagsbetrieb zu einem einheitlichen Angebot in der ganzen Stadt.

Mit dem Gesamtkonzept für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen ist die Verlagerung der bisherigen Hortangebote von Kindertageseinrichtungen oder eigenständigen Schülerläden in die Grundschulen verbunden. Ab dem Schuljahr 2005/06 sind die Grundschulen für die Hortbetreuung zuständig.

Ganztagsschulen schöpfen ihren pädagogischen Mehrwert nicht aus einer Verlängerung der Halbtagsschule in den Nachmittag hinein. Das erweiterte Zeitfenster schafft für jede Grundschule einen Rahmen für inhaltliche und methodische Veränderungen, innerhalb dessen sie ihr spezifisches Profil ausgestalten kann. Sofern das Mehr an Zeit für eine Veränderung der Lehr-/Lernkultur genutzt wird, sind Ganztagsschulen ein geeigneter Rahmen für für eine nachhaltigere Verknüpfung von Bildung und Erziehung.

Mit den strukturellen Veränderungen werden in der Einzelschule Schulentwicklungsprozesse einhergehen, die sich in Bezug auf Vielfalt, Variabilität und Differenziertheit der Lehr-Lern-Formen und Inhalte der Unterrichts- und Betreuungszeiten auswirken dürften. Das erweiterte Zeitfenster und die Kooperation von Lehrkräften, Erzieherinnen, weiterem pädagogischen Personal sowie externen Partnern stehen Kindern mehr Lerngelegenheiten und Erfahrungsmöglichkeiten als in der bisherigen Halbtagsgrundschule zur Verfügung.

Ganztagsgrundschulen werden Kindern mehr als eine verlässliche Beaufsichtigung über den Vormittag hinaus bieten. Dazu werden die Grundschulen ein schulspezifisches pädagogisches Konzept entwickeln und umsetzen, das nicht nur die Betreuungsbedürfnisse, sondern die Bildungsbedürfnisse der Kinder in den Blick nimmt. Die Angebote der Ganztagsgrundschule schließen auch Angebote von Sportvereinen und Musikschulen u. a. sowie anderen Bildungseinrichtungen ein. Im Rahmen einer sozialräumlichen Öffnung von Schule kooperieren Grundschulen bei der Konzeption von Ganztagsangeboten auch mit Trägern der freien Jugendhilfe, Vereinen und Institutionen. Durch die Verbindung von Schul- und Sozialpädagogik, die durch ein Zusammenwirken von Lehrkräften, Erzieherinnen, weiterem pädagogischen Fachpersonal, Eltern und außerschulischen Partnern ermöglicht wird, werden Ganztagsgrundschulen ein ganzheitliches Konzept von Bildung, Erziehung und Betreuung entwickeln.

 

offene Ganztagsgrundschule in Berlin

gebundene Ganztagsgrundschule in Berlin

verlässliche Halbtagsgrundschule in Berlin

Mehr Zeit für eine neue Lernkultur - Zeit für den Ganztag
(Präsentation anlässlich eines Studientags der Spreewald-Grundschule in Berlin Schöneberg im März 2004 - Dagmar Wilde

Fragen und Antworten zur Verlässlichen Halbtagsgrundschule, zur offenen und gebundenen Ganztagsgrundschule

Leitbild für die offene Ganztagsgrundschule

Berlin macht ganztags Schule - Entwicklung der Berliner Ganztagsgrundschulen im November 2008 (Vortragsmanuskript Bern, Dagmar Wilde 11/2008)

Ganztagsgrundschule in Berlin - Konzept und Entwicklungsschritte im Schuljahr 2008/09 (Präsentation Bern, Dagmar Wilde 2008)

Rhythmisierung in der Ganztagsschule - Zeit zum Lehren und Lernen

Man weiß nie, was daraus wird, wenn die Dinge verändert werden.
Aber weiß man denn, was daraus wird, wenn sie nicht verändert werden?
ELIAS CANETTI

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 22.03.2009

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