Offene Ganztagsgrundschule

 

Aus den Empfehlungen des Forum Bildung vom 19.11.2001 geht hervor, dass Ganztagsangebote an allen Schulformen unter methodischen, erzieherischen sowie zeitlich-organisatorischen Aspekten erheblich zur Qualitätsverbesserung der schulischen Bildung beitragen können, sowohl zur Vermeidung von Benachteiligungen als auch zur Förderung von Begabungen. Voraussetzungen sind ein pädagogisches Konzept sowie eine entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte und der Schulleitung.

Bis 2006 wurden in Berlin weitere 30 Ganztagsgrundschulen mit Mitteln des IZBB eingerichtet. Darüber hinaus erfolgte bis zum Schuljahr 2005/2006 ein Ausbau aller Grundschulen zu verlässlichen Halbtagsgrundschulen und die Einrichtung offener Ganztagsgrundschulen.

Eine verlässliche Halbtagsgrundschule wird für Kinder mit einem Betreuungsanspruch gemäß KitaFöG zu einer offenen Ganztagsgrundschule, in der - entgeltpflichtig - eine Früh-, Nachmittags-, Spät- und Ferienbetreuung sowie ein Mittagsessen angeboten werden. (Eine Anspruchsberechtigung besteht, wenn die Eltern berufstätig sind, Arbeit suchen oder sich in der Ausbildung befinden.)

Damit verbunden ist die Verlagerung der bisherigen Hortanplätze der öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe an die Grundschulen. Ab dem Schuljahr 2005/06 sind die Grundschulen für die Hortbetreuung zuständig. Jedes anspruchsberechtigte Kind erhält dann - entsprechend seinem individuellen Bedarfsanspruch - ein Bildungs- und Betreuungsangebot in der offenen Ganztagsgrundschule in Form von

Frühbetreuung: 6 - 7.30 Uhr
Nachmittagsbetreuung: 13.30 - 16 Uhr
Spätbetreuung: 16 - 18 Uhr
Ferienbetreuung: 7.30 - 13.30

In der offenen Ganztagsgrundschule sollen Unterricht und Bildungs- und Betreuungsangebote des Nachmittags (13.30 bis 16 Uhr) inhaltllich miteinander verzahnt werden. Das pädagogische Konzept der Vernetzung der Vor- und Nachmittagsangebote ist Teil des Schulprogramms jeder offenen Ganztagsgrundschule.

Im Schuljahr2006/07 gab es 306 offenen Ganztagsgrundschulen. Die räumlichen Voraussetzungen wurden bzw. wurden durch Um- und Erweiterungsbauten mit IZBB-Mitteln, durch Nutzung der Räume ehemaliger Kitas in direkter Nachbarschaft der Schule geschaffen. Eine Beteiligung von Trägern der freien Jugendhilfe an offenen Ganztagsgrundschulen ist möglich (§ 28 GrundschulVerordnung), sie wird durch eine Rahmenvereinbarung mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport geregelt.

 

Gesamtkonzept zur Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern in Berlin

Leitbild für die offene Ganztagsgrundschule (Drucksache des Abgeordnetenhauses von Berlin 15/2905)

Kurzübericht zum "Leitbild für die offene Ganztagsgrundschule"

Muster-Stundenplan einer 1. Klasse

Verordnung über den Bildungsgang der Grundschule - GrundschulVerordnung - GsVO (§ 26 Ganztagsgrundschule in offener Form; § 28 Kooperation der Schule mit Trägern der freien Jugendhilfe)

Entwicklungsfelder der Ganztagsgrundschule

 

 

 

KMK Definition vom März 2003

Ende März 2003 hat der Schulausschuss der KMK den Begriff "Ganztagsschule" neu definiert.

"Unter Ganztagsschulen werden Schulen verstanden, bei denen im Primar– oder Sekundarbereich I

  • über den vormittäglichen Unterricht hinaus an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt wird, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst,
  • an allen Tagen des Ganztagsbetriebs den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen bereitgestellt wird,
  • die nachmittäglichen Angebote unter der Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und in enger Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden und in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Vormittagsunterricht stehen.

Es werden drei Formen unterschieden:

  • In der voll gebundenen Form sind die Schülerinnen und Schüler verpflichtet, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
  • In der teilweise gebundenen Form verpflichtet sich ein Teil der Schülerinnen und Schüler an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen.
  • In der offenen Form ist ein Aufenthalt verbunden mit einem Bildungs– und Betreuungsangebot in der Schule an mindestens drei Wochentagen von täglich mindestens sieben Zeitstunden für die Schülerinnen und Schüler möglich. Die Teilnahme an den ganztägigen Angeboten ist jeweils durch die Schülerinnen und Schüler oder deren Erziehungsberechtigte für mindestens ein Schulhalbjahr verbindlich zu erklären."

 

Entwicklungen in den Ländern

Die offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen - Erste Ergebnisse 2006 (Studie im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung (MSW) und des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI) des Landes Nordrhein-Westfalen)

 

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 02.11.2008

Sofern im Einzelfall nicht anders geregelt und soweit nicht fremde Rechte betroffen sind, ist eine Verwendung der Dokumente als Teile oder als Ganzes in gedruckter und elektronischer Form für den schulischen Bereich sowie Ausbildungszwecke gestattet, unter der Voraussetzung, dass die Quelle

"dw - online": http://www.dagmarwilde.de

genannt wird und diese Anmerkungen zum Copyright beigefügt werden.

Ohne vorherige schriftliche Genehmigung durch die Verfasser/innen ist eine kommerzielle Verbreitung der auf diesem Server liegenden Dokumente ausdrücklich untersagt.

 

These pages belong to
"d.w.-online": http://www.dagmarwilde.de

Permission is hereby granted to use these documents for personal use and in courses of instruction at educational institutions provided that the articles are used in full and this copyright statement is reproduced. Permission is also given to mirror these documents on WorldWideWeb servers. Any other usage is prohibited without the written permission of the author. Please mail.