Ideen-Netze -
Hilfen zur Visualisierung von Gedanken

Clustering

Mind Mapping

Grundprinzip der Techniken zur Visualisierung von Gedanken ist die Überwindung des traditionellen ("schön geordnet und untereinander") Aufschreibens.

Beide Methoden wurden vor dem Hintergrund der Forschungsergebnisse der Neurophysiologie entwickelt. Nach der Hemisphärentheorie, die von den amerikanischen Neurologen Roger Sperry und Robert Ornstein Anfang der siebziger Jahre entwickelt wurde, arbeiten die beiden Gehirnhälften auf verschiedene Weise - ihr Zusammenspiel eröffnet das schöpferische Potential.

Linke Gehirnhälfte

Rechte Gehirnhälfte

verarbeitet Informationen nacheinander, linear

zergliedert, analytisch

denkt eher in Begriffen, in Sequenzen und Regeln

logisch, final: Ursache und Wirkung

verarbeitet Informationen gleichzeitig, ganzheitlich

verbindet

denkt in Bildern, Zusammenhängen

ist analog: Entsprechung und Ähnlichkeit

 


Clustering

Gabriele L. Rico entwickelte eine Methode des freien, assoziativen Schreibens, die als "Cluster-Methode" inzwischen sehr verbreitet ist. Das Clustering schöpft die unterschiedlichen Funktionen der Hirnhemisphären für das Schreiben aus. Beim Suchen nach Ideen kümmert man sich noch nicht um den Aufbau des Textes, um die Struktur der Erzählung oder die Argumentationsfolge, um Stil und orthographische Norm. Man lässt die Assoziationen frei fließen, hält sie als Stichworte fest und skizziert erste Zusammenhänge. In dieser Phase wird, ausgehend von einem Kernwort, das eigentliche Thema, die Geschichte, zuerst einmal frei assoziierend erschlossen. Erst im Anschluss werden Strukturen entfaltet und Sätze formuliert. Entscheidend ist die Wahl prägnanter Kernwörter, die den Prozess in Gang bringen. Am besten eignen sich bildhafte, mit eigenen Erfahrungen und Gefühlen aufgeladene Wörter.

Vorgehen

  1. Man schreibt ein Wort (Thema, Schlüsselbegriff) in das obere Drittel eines DIN-A4-Blattes und kreist es ein.
  2. Die Wörter, Assoziationen, die einem spontan einfallen, schreibt man um das Kernwort herum auf. Die neuen Wörter kreist man ebenfalls ein und verbindet sie mit dem Kernwort.
  3. Jedes neue Wort ergibt wieder einen neuen Kern, der weitere Assoziationen auslöst. So können sich ganze Assoziationsketten bilden. Begriffe, die einem Zusammenhang stehen, verbindet man mit Linien.
  4. Es entsteht eine netzartige Skizze der Ideen, die das Kernwort ausgelöst hat: das Cluster. Beim Betrachten gewinnt ein Teil oder ein bestimmtes Wort an Bedeutung, eröffnet ein Thema.

Mind Mapping

Die von Tony Buzan entwickelte Methode hat denselben Hintergrund wie das Clustering. Mind-Mapping ist eine Arbeitsform, bei der sprachliches und bildhaftes Denken zu einer Synthese geführt und damit die Möglichkeiten beider Hirnhemisphären genutzt werden.

Mind Mapping ist eine sehr einfache Technik, Gedanken, Ideen und Gespräche aufzuschreiben. Das Zeichnen eines Mind Map geschieht schnell und assoziativ. Es können auch Querverbindungen skizziert werden. Das Aufzeichnen der Assoziationen und Ideen ist beim Mind Mapping allerdings stärker strukturiert als beim Clustern: Das Kernwort ist ein Thema - meist ein abstrakter Oberbegriff -, das sich in der baumartig wachsenden Struktur immer feiner unterteilt. Von ihm kommt man zu immer konkreteren Inhalten, wobei kaum ein Gedanke verloren geht.

Vorgehen

  1. Man setzt das Thema, die Überschrift ins Zentrum eines querformatigen Papiers, von dem aus sich die einzelnen Gedankengänge in alle Richtungen entwickeln und in Haupt- und Nebenästen verzweigen können. Aus den Hauptästen wachsen immer feinere Zweige hervor, die konkreteren Assoziationen zu den Unterbegriffen des Kernwortes. Alle Schlüsselwörter schreibt man - in Druckschrift - direkt auf die Linien. Die Schlüsselwörter - möglichst Substantive - bündeln Gedankengänge. Sie dienen als Impulse, mit denen sich einmal gespeicherte Gedankenbilder immer wieder abrufen lassen.

  2. Nachdem die "Gedanken-Landkarte" aufgezeichnet ist, können Hauptäste und Zweige, in die gewünschte Ordnung gebracht, entsprechend nummeriert, farbig markiert oder mit Symbolen versehen werden. Das ergibt ein geordnetes, übersichtliches und mit einem Blick aufzufassendes Ganzes, vergleichbar einer echten Landkarte, die man sich als Bild einprägt, ohne jedes Detail behalten zu müssen.

Verwendungsmöglichkeiten der Ideen-Netze

Ideen-Netze sind Arbeits-, Denk- und Kreativitätsinstrumente (auch für die Arbeit in Gruppen). Clustering und Mind Mapping sind als Methode zum Sammeln und Festhalten von Gedanken ebenso geeignet wie zum Planen von Vorhaben, Entwickeln von Zusammenhängen, Lösen von Problemen, zum Planen von Arbeitsprozessen, Sichtbarmachen von Arbeitsergebnissen, zum Entwickeln und Festhalten von Fragen, Einfällen und Ideen. Besprechungen, Diskussionen und Vorträge lassen sich "abbilden", komplexe Sachverhalte, eigene Denkprozesse und -ergebnisse lassen sich grafisch darstellen, um sie zu ordnen, zu straffen oder zu strukturieren.

Neben Schrift können auch grafische Elemente Verwendung finden: Linien und/oder Punkte, unterschiedliche Strichführungen, Unterstreichungen, Richtungs- und Bezugspfeile, geometrische Flächen und Figuren, Schraffuren, Farben

Für Prüfungsvorbereitungen, Unterrichtsplanungen, Schülerbeobachtungen sind Mind Maps geeignet. Im Unterricht lassen sich Mind Maps vielseitig verwenden (Ermittlung von Vorkenntnissen, Schülerinteressen, Lernwünschen, Wiederholung und Neustrukturierung des Gelernten etc.).


Dagmar Wilde / Seminarpapier 1994



 

Links zum MindMapping

http://www.zmija.de/mindmap/mindmap.htm

http://www-stud.uni-essen.de/~sw0844/mind.htm


Empfehlenswerte Literatur

Buzan, Tony / North, Vanda: Business Mind Mapping. Wien/Frankfurt 1999.

Buzan, Tony / Buzan, Barry: Das Mind–Map–Buch. Landsberg am Lech 1996 (mvg).

Kneip / Konnertz / Sauer: Lern–Landkarten. Ganzheitliches Lernen. Mühlheim a. d. R. 1998 (Verlag an der Ruhr).

Rinke / Menzel: Mind-Mapping als Methode. In: Praxis Deutsch 164/2000. S. 28.


MindMapping als Methode schriftlicher Unterrichtsplanung:

Unterrichtsbeispiel Klasse 3: "So benutzen wir Streichhölzer richtig - ohne Sauerstoff kann Feuer nicht brennen"


- aktualisiert November 2000 -

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, Januar 2000

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06.04.2003



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