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Seminarergebnisse / TUB SS 99 / WS 99/00


 

Unterrichtsplanung - Erinnerungen der Lernenden

SS 99 / WS 99/00 TUB

Biografisches Schreiben:
Meine Erinnerungen an Planungsarbeit meiner Lehrer/innen, meine Eindrücke zum geplanten Unterricht meiner Lehrer/innen...

Impuls:
Tauchen Sie sukzessive immer tiefer in ihre Unterrichtserlebnisse zurück...
Versuchen Sie in Ihren Erinnerungen bis in die ersten Jahre der Grundschulzeit zu gelangen...
Folgen Sie schreibend Ihren Gedankenspuren...
Was haben Sie wahrgenommen, das darauf schließen ließe, dass und wie Lehrer/innen den Unterricht geplant hatten...
Legten Ihre Lehrer/innen Planungsüberlegungen offen oder bezogen sie die Klasse ein...
Wann erlebten Sie Unterricht als geplantes Geschehen - wann eher nicht...
Woran lässt sich das festmachen...
Wie erlebten Sie Ihre Lehrer/innen in Bezug auf unterschiedliche Sachgebiete...
Wann empfanden Sie sie als sachkompetent, wann eher nicht...
Wann empfanden Sie sie als motiviert, wann eher nicht...
Wann gewannen Sie den Eindruck, dass der Unterricht auf Sie als Lernende bzw. Lerngruppe und Ihre Lernbedürfnisse/Interessen hin geplant war... Woran ließ sich das für Sie erkennen...
Hatten Sie den Eindruck, dass Ihre Lehrer/innen Vorgaben zu berücksichtigen hatten... Woran war das zu bemerken...
Welche Ziele schienen Ihre Lehrer/innen zu verfolgen (konkrete - allgemeine Ziele)...
Wurden Ihre Vorerfahrungen in den Unterricht einbezogen... Wie geschah das... Was bedeutet Ihnen das...
Welche Lehr-Lern-Schritte und Aktivitäten erlebten Sie als geplante Inszenierungen...
Was bedeuten die Erinnerungen für Sie, die Ihnen hier gekommen sind... Sind Ihnen persönliche Anliegen, Befürchtungen, Ziele deutlich geworden, die auf Ihre Schulerfahrungen zurückzuführen sind...


 

Wenn ich an meine Grundschulzeit zurückdenke, fällt mir sofort meine Lehrerin Frau ... ein. Sie war meine Klassenlehrerin von der 1. bis zur 4. Klasse und ich habe sie als eine ganz besonders gute Lehrerin in Erinnerung behalten. Sie war immer gut gelaunt und hatte für jeden Schüler stets ein offenes Ohr. Es fällt mir sehr schwer, mich an konkrete Unterrichtsereignisse zu erinnern, aber nach längerem Grübeln ist mir doch eine bestimmte Episode eingefallen. Und zwar denke ich daran, daß Frau Wille uns in der ersten oder zweiten Klasse, also zu Beginn des Schreibunterrichts, die Möglichkeit gab, gemeinsam als Klassengemeinschaft ein Buch zu schreiben. Das Buch sollte von einem Mädchen namens Kati handeln, und jeder Schüler durfte eine oder auch mehrere Geschichten über Kati schreiben und dem Buch beisteuern. Außerdem wurden die einzelnen Geschichten von uns Schülern mit großer Hingabe illustriert. Schließlich wurde alles zusammengeheftet, und jeder Schüler hielt ein selbst verfasstes Buch in den Händen. Meine Güte, was waren wir stolz!! Wir arbeiteten natürlich sehr lange mit diesem Buch (Leseübungen, Rechtschreibübungen uvm.), aber soweit ich mich erinnern kann, kam nie Langeweile auf. Wir hatten Kati alle in unser Herz geschlossen und es erfüllte uns mit Stolz, an unserem eigenen Werk zu arbeiten.

Natürlich hat Frau Wille ihren Unterricht geplant und sehr genaue Ziele verfolgt. Der Unterschied zu anderen Lehrern bestand vielleicht darin, daß sie versuchte, ihren Unterricht an uns Schülern zu orientieren. (Franziska Stockmann)


 

In meinen Erinnerungen an die Grundschulzeit kann ich mich kaum noch an bestimmte Unterrichtssituationen erinnern. Deutlich ist mir dagegen, daß ich meine erste Klassenlehrerin, die mich von der ersten bis zur zweiten Klasse unterrichtet hat, nicht gemocht habe. Mein nächster Klassenlehrer, der mich von der dritten bis zur sechsten Klasse begleitet hat, ist min in sehr positiver und guter Erinnerung geblieben. Von ihm habe ich sicherlich sehr viel an Menschlichkeit gelernt die noch heute bei mir große Anwendung findet.

Den durchgeführten Unterricht habe ich stets als flüssig in Erinnerung. Ich hatte das Gefühl, daß der Unterricht ganz automatisch passiert und nicht die geringste Vorbereitung des Lehrers erfordert. Kamen im Unterricht Fragen seitens der Schüler, wurden diese immer (richtig) beantwortet. Es gab keine Situation, an die ich mich erinnern kann, bei der mein Klassenlehrer ins stocken geriet. Meine Lehrer haben oft versucht bestimmte Sachverhalte mit interessanten Geschichten - aus dem Leben- zu erklären und zu vertiefen. Meist wurden hier auch Geschichten von den eigenen Kindern erzählt.

Im Mathematikunterricht wurden die Übungsphasen oft spielerisch gestaltet was mir, genau wie damals, in sehr positiver Erinnerung geblieben ist. Übungsspiele waren auch gerade von Vertretungslehrern eine beliebte Form des Unterrichts.

Bei der Vorbereitung von besonderen Veranstaltungen, wie z.B. Fasching, Weihnachtsfeier, Sommerfest usw. wurden wir immer in die Planungsarbeit mit einbezogen. Hierbei lag die Hauptarbeit sicherlich trotzdem beim Klassenlehrer, doch wurde mir immer das Gefühl vermittelt, daß wir Schüler die Planung von Veranstaltungen durchgeführt hatten.

In der Oberschule bekam man dann langsam einen okjektiveren Blick für das Unterrichtsgeschehen und mir viel der offensichtliche Spickzettel auf dem Schreibtisch oder in der Hand des Lehrers auf

Als Quintessenz blieb aber der Eindruck hängen, daß meine Lehrer (fast) alles wissen und sehr klug sind. (Roman Brühl)


 

Damals habe ich nicht, eigentlich überhaupt nicht, wahrgenommen, ob der Unterricht meiner Lehrerin geplant war oder nicht. Wenn ich heute darüber nachdenke, bin ich mir sicher, dass unsere Unterrichtsstunde immer geplant war. Meine Lehrerin, Frau ..., verwendete immer dieselbe Strategie für ihren Unterricht. Als erstes begrüßte sie die Klasse, anschließend gab sie uns einen Arbeitsauftrag und fragte zum Schluß ab, unabhängig davon, ob wir mitkamen oder nicht!!! Vielleicht kam es nur auch so vor, weil ich sie nicht mochte, ich weiß es bis heute nicht. An eines kann ich mich jedoch sehr gut erinnern: ich war jedesmal froh, wenn der Unterricht zu Ende war. Damals hatte ich große Angst vor ihr. Aus diesem Grunde machte ihr Unterricht mir auch keinen Spaß. Ich hatte immer Angst etwas falsches zu sagen. Ich hatte damals das Gefühl, dass sie "Sachen" im Unterricht behandelt, die ihr Spaß machten, aber nicht mir. Heute weiß ich, dass sie nach dem Rahmenplan vorgegangen ist. In dieser Zeit konnte ich es nicht verstehen. Für leistungsschwache Schüler hatte sie nur den Förderunterricht im Kopf. Ich habe sie damals als "böse" Lehrerin assoziiert, was dazu geführt hat, dass ich heute auch nicht positiv über sie denken kann. (Diler Tüney)


 

Meine Eindrücke an geplanten Unterricht meiner Lehrerin sind praktisch nicht vorhanden. Ich habe mich damals nicht mit der Frage beschäftigt, ob Unterricht überhaupt geplant werden muß. Für mich war klar, daß die Lehrerin den Schülern etwas beibringt und daß die Schüler von ihr lernen. Aber bestimmte Vorgehensweisen bzw. Methoden waren für mich nicht erkennbar. Unterrichtsplanung, Rahmenplan, Zeiteinteilung,... waren für mich unbekannte Begriffe. (Anders war es in der Oberschule: dort unterrichteten die Lehrer/innen oft nur nach dem Rahmenplan und im 45-Minuten Takt.)

In der Grundschule allerdings bemerkte ich überhaupt nicht, daß viel Arbeit und Planung in den einzelnen Unterrichtsstunden steckten. Wichtig war für mich, daß der Unterricht Spaß machte und ich mich nicht langweilte.

Mir waren jedoch die Unterschiede zwischen dem Unterricht einzelner Lehrer/innen bewußt. Entweder war er streng oder chaotisch, total abgehoben oder sehr auf die Bedürfnisse von uns Schülern abgestimmt. Aber daß diese Unterschiede etwas mit Unterrichtsplanung zu tun haben könnten, kam mir nicht in den Sinn. Ich fand die Lehrer/innen dann entweder super toll oder ziemlich blöd. (Tanja Huf)


 

An meine Grundschulzeit habe ich sehr positive Erinnerungen, was auch die Wahl meines Studiums entsprechend beeinflußt hat. Diese Erinnerungen gründen allerdings nicht auf der besonders einfallsreichen und spannenden Vermittlung von Unterrichtsgegenständen, sondern vielmehr auf dem sozialen Miteinander mit Schulfreunden und der guten Klassengemeinschaft.

Für mich als Grundschülerin wirkte der Unterricht nie geplant, er war so wie er war vom ersten Schultag an. Die Stunden verliefen größtenteils nach Schema F, was ich zur damaligen Zeit allerdings nicht als negativ gewertet habe. Schließlich kannte ich es nicht anders und der Unterricht machte mir trotzdem Spaß.

Besonders erinnern kann ich mich noch an die geplanten Vorführstunden der Referendare. Diese waren in der Durchführung nicht viel anders als die anderen Stunden (so schien es mir zumindest), aber in der darauffolgenden Stunde gab es von den - ausschließlich weiblichen Referendaren - immer Schokoriegel.

Ich glaube meine Grundschullehrer waren alle schon viel zu lange in dem Beruf, als daß sie wirklich noch Zeit in die Planung investiert hätten. Aber wie gesagt, ich habe Unterricht nie als geplant, sondern immer als gottgegeben gesehen. Auch als ich Jahre später als Praktikantin an meine Grundschule zurückkehrte, wirkte die Situation unverändert auf mich. Dennoch möchte ich einen Mangel an Unterrichtsplanung nicht ausschließlich als negativ bewerten, da meine Lehrer dafür sozial engagiert und sehr menschlich waren.

Aus eigener Erfahrung kann ich mittlerweile sagen, daß eine Kombination aus Menschlichkeit und kreativ gestalteter Unterrichtsstunden bei den Schülern den größten Anklang findet. (Viola Goehlich)


 

Am Besten erinnere ich mich an meine Klassenlehrerin der 5. und 6. Klasse. Ich hatte gerade die Schule gewechselt. Auch damals hatte ich schon den Eindruck, daß ihr Unterricht immer geplant war. Die Stunde begann mit organisatorischen Sachen, wie z.B. Elternabenden, Hofdienst, Wandertagen, Klassenarbeiten, usw. Zu Stundenbeginn war alles vorbereitet, Arbeitsblätter kopiert, Fernseher bestellt und die Videokassette an der richtigen Stelle, die Tafel mußte gewischt sein und zwar einmal naß und einmal trocken. Auch ihre Zeiteinteilung war meist richtig. Die Lehrerin hatte auf ihrem Schreibtisch einen Zettel liegen auf den sie von Zeit zu Zeit guckte. Offensichtlich ihre Unterrichtsplanung. Selbst wenn sie fehlte, informierte sie die VertretungslehrerInnen über das was in dieser Stunde getan werden sollte. Bei Klassenfahrten war ebenfalls jeder Tag genau durchgeplant (muß wahrscheinlich auch so sein). Aber ich kann mich nicht daran erinnern, daß wir SchülerInnen bei der Unterrichtsplanung und der Klassenfahrtsplanung nach unseren Wünschen gefragt wurden. Ich fand den Unterricht gut und er hat mir auch Spaß gemacht, trotzdem soll mein Unterricht später etwas anders aussehen, etwas lockerer. Irgendwie war bei dieser Lehrerin immer alles zu "korrekt". An andere LehrerInnen kann ich mich weniger gut erinnern. (Kaja Jandke)


 

Wenn ich an meine Grundschulzeit denke, fällt mir am ehesten meine Klassenlehrerin der 4.- 6. Klasse ein. Ihr Unterricht kam mir immer sehr geplant vor. Es wurden bestimmte Themen bearbeitet und abgehandelt. Abschließende Test kamen auch des öfteren vor. In Deutsch wurden Rechtschreib- und Grammatikhefte angelegt, wo man später bei Fragen nochmal nachgucken konnte. Belohnung für gute Arbeit fand mit Hilfe von Stempeln statt.

Gut erinnern kann ich mich noch an Fehlerlesestunden, wo alle SchülerInnen vorne standen und sich bei Fehlern setzen mußten, bis nur noch zwei SchülerInnen vorne standen.

Auch Wandertage waren geplant. Es wurde in der Grundschule immer gewandert. Wir durften dann nur noch aus zwei oder drei Zielen auswählen, wohin die Wanderung gehen sollte.

Wo man gut zwischen einem geplanten und ungeplanten Unterricht unterscheiden konnte, war bei Vertretungsstunden, die mehr in Spielstunden ausarteten.

Mir hat meine ganze Grundschulzeit aber immer sehr gut gefallen, was, wie ich denke auch besonders an der Ausstrahlung und Persönlichkeit meiner Klassenlehrerin lag, aber auch weil fast alle anderen LehrerInnen nett zu uns waren und die Stunden, im Gegensatz teilweise zur Oberschule, selten langweilig waren. (Anja Pannhorst)


 

Nach einiger Zeit des Erinnerns, kommen mir folgende Gedanken: Ich erinnere mich an eine Stunde, in der wir die Bunsenbrennerflamme erklärt bekamen. Es wurde ein Bunsenbrenner in die Mitte der Klasse auf einen Tisch gestellt.. Das Tafelbild wurde anscheinend von meiner Klassenlehrerin vorbereitet, denn sie klappte im richtigen Moment die Tafel auf, und zu sehen war die Flamme mit ihren verschiedenen Farben. Anschließend zündetet sie den auf den Tisch gestellten Bunsenbrenner an und alle schauten mit Neugier darauf. Die brennende Flamme zeigte original die gleichen Farbabschnitte, wie die auf die Tafel gezeichnete Flamme. Sie erklärte die drei verschiedenen Farbabschnitte mit ihren unterschiedlichen Temperaturen.
Ich hatte den Eindruck, das diese Stunde gut geplant war. Erinnern kann ich mich deshalb so gut, weil meine Lehrerin offenen Unterricht machte, anders als zuvor, als sie frontal unterrichtete. In welcher Klasse ich gerade war, weiß ich nicht mehr. (Anke Kopek)


 

Besondere Erinnerungen habe ich an die Kleinklasse, weil dort alles so ungeplant und zufällig schien, aber ich hatte immer den Eindruck meine damalige Lehrerin hatte alles genau geplant. Ich konnte es daran erkennen, daß die Tische in kleine Gruppen mit verschieden Lehrangeboten zusammen gestellt waren. Nach Interesse und ' Lust konnten wir uns einem bestimmten Thema widmen. Wir konnten auch dem Angebot der Lehrerin folgen und uns zu ihr in den Kreis setzen und Leseübungen teilnehmen. Es gab mehrere Themen am Tag, daß sie für uns vorbereitet hatte. Entweder Naturkunde, Geschichte oder Mathematik. Wünsche meine Mitschüler wurden jederzeit von ihr aufgenommen und an bestimmten Tage der Woche behandelt.

Jeder Ausflug, den wir unternahmen wurde Tage vorher mit ihr geplant und sie bereitete uns dann darauf vor. Der Zoobesuch ist mir noch deutlich in Erinnerung. Erstmals besprachen wir die Tiere, die wir uns ansehen wollten, dann wurde mit uns genau erarbeitet wie diese Tiere normaler Weise in der Natur leben, wie sie sich ernähren und auch über Klima und Feinde dieser Tiere sprach sie ausführlich mit uns. Dann schauten wir uns diese Tiere im Zoo. Besonderes schön fand ich diese Art des Unterrichts, da ich sehr viel lernte und es mir sehr spielerisch vorkam.

Nach Beendigung dieser Schuljahre, hatte ich eher Lehrer der Herkömmlichen. Mein damaliger Klassenlehrer war allerdings eine Ausnahme, da wir im Laufe der Schuljahre ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu ihm entwickelten. Für den Unterricht bekamen wir fast immer Unterlagen und Literatur. Die Themen wurden zu Beginn der Stunde von ihm vorgestellt, auch wurde ein Ziel vereinbart. Auch hier wurden Ideen und Materialien vorab gesammelt. Bestimmte politische Themen waren sehr oft aus dem aktuellen Tagesgeschehen auf gegriffen. Wir hatten oft auch Fragen zu vielen anderen Randgebieten und entweder stellte er Fragen zurück oder er konnte uns sofort Antworten liefern. Unsere Erfahrungen mit Musik, Rauchen oder Alkohol wurde in die Unterrichtsstunden eingebaut. In Chemie wurden uns dann die Zufuhr von Alkohol und die damit verbundenen Prozesse in der Körperzelle von unserem Chemielehrer erklärt.

Es gab auch Lehrer die nicht so offen und kompetent waren. Wir wurden dann aufgefordert nur zu Antworten auf die kommenden Fragen und ansonsten bekamen wir Redeverbot. Im stillen war uns sehr klar, das diese Lehrer unsicher und sich an ihrem Stoff wie ertrinkende festhielten.

Besonders sind mir Vertretungsstunden in Erinnerung geblieben. Die Lehrer wußten sich dann meist nicht besser zu helfen, als und Rechenaufgaben zu geben. Auch waren diese oft sehr aggressiv und wir waren froh, wenn diese Stunden um waren. Die Lehrer waren offensichtlich überfordert, denn es gab auch schon mal eine Ohrfeige. Wir hatten dann mit unserem Klassenlehrer darüber gesprochen und danach wurden wir nicht mehr gerne vertreten, da es einen richtigen Skandal gab.

Meine Erinnerung ans Gymnasium waren sehr unterschiedlich was die Vorbereitung der Lehrer betraf. Ein Deutschlehrer kam des öfteren morgen mit seiner penetranten Migräne. Er hielt sich lange den Kopf und schwieg. Dann begann er mit dem schrecklichen Stil der BildZeitung und wir hatte so unser Diskussionsthema für die Stunde gefunden. Nach diesem rein zufälligem Thema waren einige froh, wenn der Unterricht vorbei war. Ich hatte nie den Eindruck, daß er sich auf unsere Stunden vorbereitet hatte.

Klar ist mir bei diesem kurzem Rückblick, daß ich mich durch gezielte Vorbereitung der Lehrer/innen besser in die Themen einarbeiten konnte, auch viel mehr Interesse am Unterrichtsgeschehen aufbrachte und Spaß in solchen Stunden verspürte. Konfusion und Unsicherheit löste oft eine emotionen- und launenhafte Unterrichtsdurchführung in mir aus. Meist war ich froh, solchen Unterrichtsstunden überstanden zu haben.

Persönlich möchte ich den Schüler/innen mit Spaß und Elan an das zu lernende heranführen. Diese an klare Ziele heranführen und Zusammenhänge erkennen lassen. Die Methoden der Beobachtung, der Analyse und der Beziehungen zueinander herausstellen. Befürchtungen habe ich, daß eine zu große Klasse dem Einzelnem nicht mehr gerecht wird und frustrierte Lehrer/innen den Kinder die Freude am Lernen nehmen könnten. (Sylvia Schuster)


 

Zunächst fällt mir bei diesem Thema sofort eine meiner Klassenlehrerinnen ein. Wir waren ihre erste eigene Klasse. Jede Stunde hatte sie eine schriftliche Planung auf dem Lehrertisch liegen und hakte die einzelnen Punkte im Verlauf der Stunde ab. Soweit ich mich erinnern kann, wirkte dies auf uns Schüler damals eher etwas unbeholfen. Im Laufe der Zeit gewöhnten wir uns daran. Die Unterrichtsstunden dieser Lehrerin sind mir im nachhinein angenehmer in Erinnerung, als Stunden bei eher älteren Lehrern, die meist ein stures Vorgehen nach Büchern bevorzugten und dafür auch keinen Zettel auf dem Lehrertisch benötigten.

Aber auch die routinierten Lehrer mußten definitiv Exkursionen und Wandertage gut planen. Öffnungszeiten und Eintrittspreise mußten herausgefunden werden, teilweise wurden auch Führungen im Voraus angemeldet. Das benötigte Geld wurde bereits im Voraus von jedem einzelnen Schüler eingesammelt. Ich glaube mich zu erinnern, daß auch die Fahrt mit Linienbusse der BVG mit einer ganzen Schulklasse angemeldet werden mußte. Dies wurde oft vergessen oder ging einfach irgendwie schief. Zumindest gab es in der Regel Ärger, wenn wir mit der ganzen Klasse in einen Bus einsteigen wollten.

Wichtig schien es stets allen Lehrern zu sein, den Unterricht so zu planen, daß sie die Termine für Diktate und andere Arbeiten einhalten konnten. Themen wurden meiner Erinnerung nach oft schnell abgehandelt, da zum Beispiel die nächsten beiden Themen auch noch in der darauffolgenden Arbeit abgefragt werden sollten. (Miriam Hein)


 

Meine Religionslehrerin aus den Klassenstufen zwei bis drei hat jedes Jahr das gleiche durchgenommen. Begonnen wurde meist in einem Stuhlkreis, und es wurde ein Lied gesungen. Ein Thema war Martin Luther, wozu es Dias und Arbeitsbögen gab. Zur Weihnachtszeit brachte sie immer Klebe, Scheren und rotgoldene Aluminiumfolie mit, aus der wir dann Laternen bastelten. Ich fand den Unterricht absolut langweilig und habe so gut wie nichts von dem ganzen behalten. Nur die Lieder sind teilweise hängen geblieben. Allerdings war wohl das meiste dadurch absolut genau geplant. Einmal waren wir in einer Kirche, wo uns dann etwas erzählt wurde. Dieser Besuch war bestimmt auch vorbereitet, aber uns Kindern hat sie vorher nichts gesagt gehabt. Die Frau hing an den Kinder und hatte glaube ich auch Spaß am unterrichten, gab nur Einsen und Zweien, war aber meiner Meinung nach recht inkompetent im vermitteln des Stoffes.

Im Musikunterricht wurde ein Lied gesungen und geübt, sowie manchmal dazu getanzt oder einmal auch ein Stück eingeübt, wo wir uns verkleideten. Dieses wurde später den Eltern vorgeführt. Außerdem haben wir sämtliche Liedtexte in ein Heft schreiben müssen, weshalb mir von vielen Liedern noch Teile der Texte geläufig sind. Den Unterricht selbst fand ich furchtbar, vorallem weil wir zur Notenvergabe einzeln vorsingen mußten, und ich noch nie so gut singen konnte. Vorbereitet war bei dieser Lehrerin wahrscheinlich nur etwas, wenn wir dann den Eltern etwas vorführen sollten. Diese Lehrerin hatte von Musik keine Ahnung und hat uns nicht eine Note beigebracht, was mir später große Probleme bereitete.

Alle anderen Lehrerinnen und Lehrer haben, soweit ich mich erinnere, gesagt wir sollen eine Seite im Buch oder Arbeitsheft aufschlagen, bestimmte Dinge zum Basteln herausholen, uns in einen Kreis setzen oder haben Arbeitsbögen verteilt. Oft wurden Hausaufgaben aufgegeben und die nächste Stunde wurde mit der Kontrolle begonnen. Manchmal kam auch der Satz: "Jetzt haben wir das nicht mehr geschafft, aber das holen wir morgen nach oder nah dann macht ihr es als Hausaufgabe." Seltener kamen: "Wir hätten eigentlich noch..." und "Heute wollen wir..." Mein Mathematiklehrer hat mich mehrmals ermahnt, daß einige Aufgaben als Hausaufgabe gedacht waren, und ich nicht immer vorarbeiten soll. Ab und zu wurde uns in Deutsch oder Sachkunde auch mal vorgelesen, oder es wurden in fast allen Fächern mal kleine Spiele gespielt.

Da ich bis zur vierten Klasse eine gute Schülerin war, habe ich mich teilweise im Unterricht gelangweilt. Ich war unterfordert und mußte deshalb, und um von meinem Bruder getrennt zu werden, die Schule wechseln. In der neuen Schule kam ich aus verschiedenen Gründen nicht besonders gut zurecht. Ein Großteil lag wohl auch an meiner neuen Klassenlehrerin und daran, daß ich nicht immer einer Meinung mit ihr war, was meine Erziehung anging. Ihr Unterricht war absolut streng und immer im gleichen Muster. Es waren ihre letzten zwei Jahre im Schuldienst, und genauso verkalkt waren auch ihre Einstellungen und eben der Unterricht. Es ging nur noch nach Buch und Arbeitsbogen, und was die Schüler interessierte war egal. Außerdem gab es öfter mündliche Überprüfungen. Der TNU Lehrer hat allerdings interessante Versuche eindeutig vorbereitet. Auch war es deutlich, daß etwas geplant war, wenn wir den Raum für eine Stunde mal wechseln mußten.

Generell kann man sagen, daß in der Schulzeit das Aufsuchen von Fachräumen, bereits aufgebaute Versuche, umgeräumte Räume, Aufforderungen zur nächsten Stunde etwas mitzubringen und mitgebrachtes Material von Lehrern auf Planung schließen ließ. Auf meine persönlichen Interessen wurde in meiner ganzen Schulzeit jedoch nur einmal eingegangen, und das war kurz vor dem Abitur in Englisch, als ich einmal das nächste Thema wählen durfte. (Sylvie Marwede)


 

Vorwegnahme

Durch den großen Zeitabstand und wahrscheinlich auch durch die subjektive Sichtweise erscheint mir die Klärung diese Punktes schwierig, da ich mich an Planung in der Grundschule nur durch Lehrer erinnern kann, die einen bleibenden und positiven Eindruck auf mich gemacht haben. Des weiteren bezieht sich diese Erinnerung auch nur auf die Neigungsfächer, mit der Ausnahme, dass ich meinen Deutschunterricht nicht mochte, da er von einer in Mathematik ausgebildeten Lehrerin duchgeführt wurde, die selbst wenig Interesse an der Gestaltung des Unterrichts hatte und deshalb auch wenig überzeugen konnte. Dies scheint gleichzeitig auch zu bedeuten, dass Planung für den Schüler zumindest in dieser frühen Phase auch immer subjektiv mit dem Auftreten des Lehrers und mit seiner Haltung dem Unterricht gegenüber verbunden war.

Meine Erinnerungen

Die am stärksten gespeicherte Erinnerung habe ich an meinen Englisch und Geschichtslehrer, der die neuen Abschnitte in der Geschichte jedesmal mit einer Erzählung begann, die es schaffte, das Zeitkolorit zu füllen. So sprach er zum Beispiel über den Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg mit einer Lebendigkeit, die einen glauben liess, er habe daran selbst teilgenommen. Seine Vorüberlegungen und Fragen zu unserem Verständnis totalitären Systemen in der heutigen Zeit gegenüber bereiteten meiner Ansicht nach einen idealen Boden für die Aufnahme des folgenden Lehrstoffes.
In Englisch, verfuhr er schematischer mit der Vergabe, von Hausaufgaben, wo z.B. die wichtige Dialoge im Zielsprachenunterricht Englisch zuerst in Deutsch zuhause aufgeschrieben werden sollten, damit man dann in der Schule durch die Übersetzung den Alltagsbezug herstellen konnte.

Generell bin ich jedoch der Ansicht, dass Planung in der Grundschule in meiner Biographie eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat, da die Lehrer mit dem vergleichsweise kleinen Repertoire in schlafwandlerischer Sicherheit, oder, im negativen Fall, mit schematischer, Reproduktion gearbeitet haben. (Karim Grundmann)


 

Im Laufe meiner Schulzeit habe ich die verschiedensten Erfahrungen mit geplanten bzw. ungeplanten Unterricht gemacht. Leider reichen meine Erinnerungen nicht bis in die Grundschulzeit hinein, sodass ich vorwiegend von der Mittel- und Oberstufe berichten werde.

Als ich anfing über die Unterrichtsplanungen meiner Lehrer nachzudenken kamen mir zuerst die Unterrichtsstunden der Referendare in den Sinn. Für uns Schüler war es immer wieder toll neue und vor allem jüngere Gesichter zu sehen, obwohl wir mit Sicherheit auch die "Neulinge" in einer gewissen Art und Weise zu prüfen versuchten. Im Allgemeinen war ihr Unterricht aber immer sehr "erfrischend", was sich vor allem an dem wechselnden Methodeneinsatz deutlich machte. So wurden aufwändig erstellte Folien an die Wand projiziert, schicke Arbeitsbögen ausgegeben und die Arbeit auf Kleingruppen verteilt. Insgesamt wirkte die Unterrichtseinheit als komplex durchdacht und in sich abgeschlossen, im Gegensatz zu den ineinander überfließenden unstrukturierten Themen der alt eingesessenen Lehrer.

Abgesehen von diesen spannenden Stunden wurde eine Planung von Unterricht immer nur dann deutlich, wenn die Bedeutung und die Einhaltung des Rahmenplans im Vordergrund stehen musste. So wurden vor allem aktuelle Themen (wie z.B. damals während der Golfkrise) gerne vernachlässigt, das Lesen von Lektüren schien dann bedeutend wichtiger zu sein.

Der Deutschunterricht schien mir sowieso stets in sich nicht logisch, es wurden irgendwelche Bücher gelesen, die weder für die Schüler interessant, noch als Klassiker eine Bedeutung gehabt hätten. Erst in der Oberstufe gelang es einem Lehrer von den Schülerinteressen auszugehen, indem jeder ein Buch vorzustellen hatte. Der Schülereinbezug diente dann dem fortlaufenden Unterrichtsgeschehen, indem Schüler die weiteren Lektüren für den Unterricht auswählten.

Beim Schreiben fällt mir besonders auf, dass viele Aspekte "gelungenen Unterrichts" besonders von den verschiedenen Lehrerpersönlichkeiten abhängig ist. So hat sich vor allem mein Interesse im Fach Biologie während meiner Schullaufbahn erheblich umgestaltet.

Es gab für mich einen ganz besonderen Lehrer im Profilkurs Biologie, der absolut unstrukturierten, sinnunzusammenhängenden Unterricht veranstaltete. So fand der Unterricht nur aus der Arbeit mit dem Buch statt, andere Medien existierten für diesen Lehrer nicht. Kein Mensch verstand den Zusammenhang und den Sinn und Zweck darin, den Citronensäurezyklus mit allen seinen chemischen Umwandlungsprozessen auswendig zu lernen. Dieser "schülerfreundliche" Unterricht brachte mich schließlich sogar so weit, dass ich diese Jahrgangsstufe auf einer anderen Schule unbedingt wiederholen wollte. Ich wollte ja schließlich herausfinden, ob der Unterricht immer so sein musste. Der Schulwechsel entpuppte sich schließlich als günstigste Erscheinung wieder ein positives Bild von Schule, Lehrern und Unterricht zu bekommen. Von da an machte der Unterricht sogar wieder Spaß, und von trockener Literatur-Biologie lernte ich auch Methoden der "darstellenden Biologie" kennen. Hierzu gehörte vor allem der Einbezug der Schüler in den Unterricht durch praktische Versuche, die Einsicht der Themen für die Bedeutung für den Menschen, sowie die Medienwahl (Folien, Modelle, Dias etc.). Ich musste feststellen, es gab also doch noch Lehrer, die sich bei der Planung des Unterrichts etwas gedacht haben.

Heute weiß ich, dass der Citronensäurezyklus im Zusammenhang mit Fotosynthese- und Stoffwechselvorgängen steht und dass die daraus resultierende Energiegewinnung mehr bedeutet, als nur 36 ATP. (Jennifer Konieczny)


 

Ich bin in Nordrhein-Westfalen zur Schule gegangen, und zwar von 1979 - 1983 in die Grundschule, von 1983-1989 auf die Realschule und von 1989-1992 auf eines der städtischen Gymnasien. Die Erinnerungen an meine Grundschulzeit sind schon sehr verschwommen und eher darauf reduziert, wie ich meine LehrerInnen wahrgenommen habe.

Meine Klassenlehrerin unterrichtete uns in Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Religion, Sport/Schwimmen, Musik und Grammatikunterricht (Kl. 3/4) wurden jeweils von anderen LehrerInnen erteilt. Der Unterricht war in allen Fächern frontal ausgerichtet, Freiarbeit, Gruppenarbeit und Ähnliches kannten wir nicht. In Mathematik, Deutsch, Religion haben wir mit Büchern gearbeitet (z.B. Lese- und Schreiblehrgang mit "Meine liebe Fibel"), wohingegen wir in Sachkunde und Musik Arbeitsblätter bekamen und besonders im Sachunterricht regelmäßig veranschaulichende Filme gesehen haben.

Am meisten Spaß gemacht haben mir Deutsch und Sachkunde. Später habe ich durch Gespräche mit meiner Klassenlehrerin erfahren, dass sie diese beiden Fächer - im Gegensatz z.B. zu Mathematik - am liebsten unterrichtet hat.

Besonders in den ersten zwei Jahren hat uns eine Handpuppe begleitet, mag sein, dass sie zum Lehrwerk passte (?!), die uns Geschichten erzählte, der wir aber auch unsere Erlebnisse, Wünsche, Hoffnungen, Ängste und Sorgen mitteilen konnten.

Wenn ich heute auf meine Grundschulzeit zurückschaue, vor allem in Bezug auf Planungsaspekte meiner LehrerInnen, glaube ich, dass der Unterricht stringent am Rahmenplan orientiert geplant war und verlief. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir als SchülerInnen jemals in die Unterrichtsplanung mit einbezogen worden wären, sondern dass die Impulse eher Lehrer gesteuert waren.

In Sachkunde war es wohl so, dass unsere Lehrerin uns zu bestimmten Themen nach Vorerfahrungen befragt hat und diese bei Exkursionen auch verwertet hat. So haben wir u.a. eine Bäckerei besucht, die dem Vater eines Mitschülers gehörte, waren auf dem Bauernhof eines anderen Mitschülers und haben eine Fabrik besichtigt, in der Apfelsaft hergestellt wird.

Insgesamt habe ich den Unterricht als sehr leistungsbezogen in Erinnerung (der Grammatikunterricht in der dritten und vierten Klasse war reduziert auf Auswendiglernen und Drillübungen). Wir wurden auf die weiter führende Schule vorbereitet.

Auch in der Realschule war der Unterricht Lehrer zentriert und frontal (Lehrervortrag). In fast allen Fächern wurde streng nach Lehrbuch gearbeitet. Im Deutschunterricht bestand unsere Aufgabe lediglich darin, zwischen Büchern auszuwählen, deren Inhalt uns im Unterricht präsentiert wurde. Als Medien wurden der OH-Projektor, Arbeitsblätter, Kartenmaterial, Filme und die Tafel eingesetzt. Eine Differenzierung fand nicht statt.

Besonders ärgerlich, daran kann ich mich noch lebhaft erinnern, war, dass wir in Klasse 9/10 unsere Englischlehrerin nicht davon überzeugen konnten, ein Buch zu lesen, weil dies eine Abweichung vom Lehrbuch bedeutet hätte.

Erst in der Oberstufe habe ich bewusst wahrgenommen, wie und ob meine LehrerInnen ihren Unterricht geplant haben.

Besonders eindrucksvoll lässt sich das bei drei LehrerInnen aufzeigen:

Meine Französischlehrerin plante jede ihrer Stunden bis ins Detail. Vorne auf ihrem Pult lag ihre Stundenverlaufsplanung, die für uns SchülerInnen immer transparent war. Es gab immer einen Überblick über die jeweilige Unterrichtseinheit, zu jeder Stunde und am Ende der Unterrichtseinheit ein Resümee dessen, was wir erarbeitet haben.
Was wir zu schätzen wussten, war, dass die Stunden flexibel verliefen und unsere Lehrerin auf spontan Geäußertes einzugehen in der Lage war und dann auch von der Planung abweichen konnte (das galt auch für Klausuren!).

Mein Geschichtslehrer brauchte die Hilfestellung der formulierten Planung nicht. Er "schüttelte die Stunden (zu 85% Lehrervortrag) aus dem Ärmel". Dennoch habe ich den Unterricht zu jeder Zeit als sehr effektiv empfunden, da er ein fantastischer, wortgewaltiger Redner war, dem wir sehr gerne zuhörten. In Klausuren, schriftlichen Ausarbeitungen und in Unterrichtsdiskussionen hat es Spaß gemacht, mit ihm in Dialog zu treten.

Mein Biologielehrer zeichnete sich dadurch aus, dass er zwar interessanten Unterricht machen konnte, jedoch häufig zu "faul' war. Das artete zum Teil soweit aus, dass der Unterricht ausfallen musste, weil er seinen Laptop vergessen hatte oder seine Aufzeichnungen veraltet und fehlerhaft waren. (Jörg Gretzbach)


 

In meiner Schulzeit habe ich, besonders in der Grundschule, den Unterricht nicht als einen geplanten Prozess wahrgenommen. Planung habe ich nur dann bewusst ausmachen können, wenn es um die Gestaltung von Exkursionen, Klassenfahrten, Weihnachtsfeiern oder Faschingsfeiern. Hier fühle ich mich motiviert etwas zum Verlauf beizutragen, da unsere Wünsche und Vorstellungen einbezogen wurden. Alles andere habe ich als selbstverständlich und fließend erlebt.

Bei näherer Betrachtung wird mir jedoch schnell deutlich, dass Planungsüberlegungen meiner Lehrer/innen dem Unterricht vorangegangen sein müssen. Besonders in den sogenannten "Kreativ-Fächern", wie Kunst und Musik wird Unterrichtsplanung ersichtlich. Der Unterricht fand vorwiegend in Fachräumen statt und war durch den Gebrauch von Medien, Materialien bzw. Instrumenten gekennzeichnet. Des weiteren hatte ich stets ein Ziel (z.B. eine Aufführung) oder ein konkretes Ergebnis (z.B. ein Bild) vor Augen, auf das nach Anweisungen des Lehrenden hingearbeitet wurde.

In Fächern wie Deutsch und Mathematik war Unterricht als geplantes Unterrichtsgeschehen schwer auszumachen. Allein der Gebrauch von Medien ließ mich auf geplanten Unterricht schließen. Arbeitsbögen müssen im Vorfeld ausgearbeitet werden, Filme und Bücher müssen vorher gesichtet werden, Spiele ausprobiert werden usw. Die Ausarbeitung von Tests und Klassenarbeiten lässt ebenfalls auf Planung schließen.

Geplanten Unterricht erlebte ich auch in Fachräumen wie dem Sprachlabor (z.B. Übersetzen von aktuellen "Songs" in eigenem Tempo), der Werkstatt oder dem Technikraum. Denn das Bauen von Brücken (mit Fischertechnik) und Räucherhäuschen vermittelte ein Gefühl von Planung. Nachgestellte Alltagsszenen im Englischunterricht erlebte ich als geplante Inszenierungen, vor allem deshalb, weil sie Vorbereitungen von uns aus erforderten.

Geschichte war für uns ein besonderes Fach, obwohl der Unterricht immer nach dem selben Schema ablief. Zuerst begann der Lehrer wie ein "Märchenonkel" zu erzählen, dann untermalte er seine Erzählungen mit einem farbigen Tafelbild und diktierte später einen relativ langen Text. Meine Schwester erlebte genau den gleichen Unterricht und hatte in ihrem Hefter die selben Bilder und Texte. Der Lehrer hatte also nur einmal geplant und wendete seine Planung über Jahre an, trotzdem mochten wir seinen Unterricht. Ich persönlich hoffe nicht in so einen Trott zu verfallen, denn auf Dauer gesehen ist es doch ziemlich langweilig und unbefriedigend. (Beate Zippel)


 

Meine Erinnerungen an die Schulzeit sind eher fragmentarischer Natur, Lehrer und Unterricht stellten eher die störende Kulisse als den Mittelpunkt meines Interesses dar.

Direkte Planung stand bestimmt bei vielen meiner Lehrer in vielen Punkten hinter ihrem Unterricht - erkennbar erinnerlich wird diese Planung für mich jedoch nur an einigen wenigen Stellen, wo aufgrund außerschulischer Unternehmungen beispielsweise gründliche Planung einfach vorausgesetzt werden muss. So zum Beispiel bei einem Museumsbesuch mit unserem Geschichtslehrer, der uns auf ganz eigene Art an die frühe Geschichte der Menschheit heranführte - in Form von Geschichten. Ob er Stegreiferzähler war oder ob seine Geschichten in einsamen Nächten am Kamin entstanden, weiß ich nicht zu sagen - nur so viel, ich habe nie wieder Spannendes gehört und war sicher gut vorbereitet auf unseren Besuch im Museum.

Eine ebenfalls sehr diffuse Erinnerung habe ich an einen Besuch in der Philharmonie, dem zumindest eine oder zwei vorbereitende Stunden im Musikraum vorausgegangen waren... erstaunlich genug für unsere Klassenlehrerin, die uns gleichzeitig in Musik und Kunst unterrichtete und für gewöhnlich damit zufrieden war, sich während der Weihnachtszeit Lieder auf der Flöte vorspielen zu lassen. Um sicher zu gehen, dass beim Flötenspiel nicht zu viel Spaß und Kreativität aufkämen, hielt sie dabei ihr Notizbuch in der Hand und benotete jedes einzelne Lied. Der Musikraum war damals - inzwischen hat sich das glücklicherweise geändert - für Schüler streng verboten, es sei denn, es lag ein wirklich wichtiger Grund vor, ihnen ein Instrument in die Hand zu geben. In Vorbereitung unseres Philharmoniebesuches begleitete unsere Lehrerin uns in diesen Raum und stellte uns die einzelnen Instrumente vor - jedenfalls nehme ich an, dass sie das tat, erinnern kann ich mich nur noch an die Pauke, die offensichtlich einen nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht hat. Ohne sagen zu können, warum, habe ich das Gefühl, dass auch Carl Orff erwähnt wurde.

Gut vorbereitet wurden natürlich die Wandertage, da jedesmal aufs Neue geplant werden musste, in welcher Richtung wir die Krumme Lanke umrunden würden.
So leid es mir tut, mir fallen viele Dinge aus meiner Grundschulzeit ein, aber nur sehr wenige davon beziehen sich direkt auf den Unterricht und bei noch viel weniger Gelegenheiten ist es mir möglich, zu sagen, ob im entsprechenden Fall Planung, Intuition oder Routine maßgebend für die Unterrichtsgestaltung waren. (Beate Sommersberg)





©opyright Dagmar Wilde, Berlin, Januar 2000

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06.04.2003


 

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